In Freud und Leid zum Lied
bereit
Die Geschichte des
Männergesangvereines
Cäcilia 1903 Großholbach e. V.
Von Winfried Röther
Die Geschichte des MGV Cäcilia
brauchte nicht völlig neu geschrieben zu werden.
Die Zeit von seiner Gründung im
Jahre 1903 bis zum 50jährigen Jubiläum im Jahre 1953 beschreibt Gerd Galgon[1]
in der „Festschrift aus Anlaß des 50jährigen Bestehens am 16.,17.und 18.
Mai 1953. Die „Festschrift zur Feier des 75-jährigen Bestehens, verbunden
mit einem Freundschaftssingen, vom 7. Juli bis 9. Juli 1978“ und die
Chronik von Großholbach enthalten die Geschichte des Vereines bis zum Jahre
1984.[2]
Diese Quellen wurden ergänzt und mit Anmerkungen versehen.

Gerd
Galgon schreibt: „In diesen schönen Maitagen des Jahres 1953 vollendet der
MGV Cäcilia, der von einer kleinen Schar sangesfreudiger und liedfroher
Männer ins Leben gerufen wurde, sein fünfzigstes Lebensjahr.
Heute
die Geschichte des Vereines von den ersten Anfängen an aufzuschreiben, ist
kein leichtes Beginnen.
Aus den
ersten Tagen des Vereines liegen kaum Aufzeichnungen vor, schriftliche
Unterlagen aus späteren Jahren verschwanden in den beiden Weltkriegen. So
ist der Schreiber heute auf viele mündliche Überlieferungen der noch
lebenden älteren Vereinsmitglieder angewiesen. Dadurch könnte es leicht
geschehen, daß einige wichtige Ereignisse nicht erwähnt werden, da sie
einfach nicht mehr greifbar sind.
Im Mai
des Jahres 1900 traten einige junge Menschen, die Sinn für Natur und
unverdorbene Freude hatten, die mit Herz und Seele an ihrer deutschen
Heimat hingen, an den unvergeßlichen Lehrer Born mit der Bitte heran, mit
ihnen doch einige Volks-, Burschen- und Wanderlieder einzuüben. Herr Born
war dem Ansinnen wohlgesinnt und musizierte fortan mit dem kleinen
Häuflein, das das deutsche Volkslied als heimatliches und nationales
Liedgut pflegte, wie lange Geschlechterreihen davor, wie Väter und
Vorväter, die ihr deutsches Herz, ihr grundehrliches Gemüt, ihre Liebe zu
Volk und Heimat in diese Leider hineingesungen haben.
Immer
mehr schlossen sich die Reihen, immer größer wurde die Schar der
begeisterten Sänger, die noch Herz und Mund für das altehrwürdige Lied des
deutschen Volkes hatten. Darum beschloß man auch die ordnungsgemäße
Gründung eines Gesangvereins. Die Satzungen wurden entworfen und dem
zuständigen Landratsamt mit der Bitte vorgelegt, die Vereinsgründung zu
genehmigen. So konnte der Verein , den man auf Wunsch des ersten Dirigenten
und der Begründer den Namen „Cäcilia“[3]
gab, im Jahre 1903 den Grundstein für sein späteres Blühen und
Gedeihen legen.
Wenn
„der Name Bedeutung ist“, dann trifft das Sprichwort auf den MGV „Cäcilia“
in ganz besonderer Weise zu. Es ist darum leicht verständlich, daß der
Verein in der Folgezeit in erster Linie den geistlichen Gesang pflegte,
ohne jedoch das weltliche und volkstümliche Lied zu vernachlässigen. Zur
Ehre des allmächtigen Gottes und zur Freude der Menschen zu singen, blieb
Leitstern des Vereins.
Als
Gründer des Vereins werden von den heute noch lebenden Mitbegründern
genannt:
Endres
Adam, Daum Johann, Meurer Peter, Daum Kaspar, Meurer Johann, Schönberger
Adam, Gasser Jakob, Schönberger Johann, Ferdinand Christian, Sturm
Heinrich, Hommrich Johann, Herborn Andreas, Fischbach Martin, Herborn
Josef, Wolf Peter, Herborn Jakob,´Herborn Johann, Trumm Peter, Geistlicher
Rat Haas[4]
und Lehrer Born.
Diese
Männer gaben um die Jahrhundertwende den Anstoß zur Vereinsgründung.
Wie im
Gründungsjahr, so bewies der Verein auch in den folgenden Jahren sowohl in
der Wahl seines Dirigenten als auch in der Wahl seines Vorstandes eine
glückliche Hand. Den ersten Vorstand bildeten:
Wolf Peter, I.
Vorsitzender
Herborn Jakob,
Schriftführer
Daum Kaspar,
Kassierer
Meurer Peter,
Beisitzer
Herborn Johann,
Beisitzer.
Bezeichnend für den Geist des
Vereines dürfte auch das erste Lied sein, das damals eingeübt wurde:
„Drauß ist alles so prächtig
. .“. Ein Naturlied, das da singt von der Heimat, vom Wandern, vom
Leben in der weiten Welt, von echter reiner Freude, die das Sonnenlicht
nicht zu scheuen braucht, wie alles von rührender Einfalt und
Offenherzigkeit ist.
Die
Übungsstunden, Lehrer Born hielt deren 4 – 5 in der Woche, verliefen
in harmonischer Weise. Zuerst wurde ein wenig geplaudert und dann gesungen,
wobei Herr Born die Noten mit der Geige vorspielte. Es ist bezeichnend für
den Idealismus der damaligen Sänger, daß sie alle benötigten Noten mit der
Hand abschrieben.
Schritt
für Schritt gewann der MGV an Boden. Das gesamte Dorf nahm an allen
Geschehnissen regen Anteil. Die erste Feuerprobe bestand der Verein bei
örtlichen Feiern und kirchlichen Veranstaltungen. Die Zahl der Mitglieder
nahm stetig zu. Vor allem war man von Beginn an darauf bedacht, die
heranwachsende Jugend dem Verein zuzuführen, um einer Überalterung der
aktiven Sänger vorzubeugen. Das ist auch heute noch der Grundsatz einer
vorausschauenden Vereinsleitung.
Das Jahr
1906 brachte dann das erste Sängerfest nach Großholbach. Noch
heute lebt die Erinnerung an dieses schöne, harmonisch verlaufene Fest in
Erinnerung der Großholbacher Bürger. Die Festlichkeiten fanden in einem
großen Zelt statt, das man neben dem Wohnhaus Weber[5]
in den Wiesen[6]
aufgestellt hatte. Der 8. Juli war der Tag der
Fahnenweihe[7];
über 20 Gastvereine waren zu diesem schönen Fest, das das erste seiner Art
in Großholbach war, erschienen. Die noch lebenden Teilnehmer berichten mit
Stolz von der Großartigkeit des festlichen Geschehens. In diesen Festtagen,
so wird erzählt, kam zur Freude der Dorfjugend das erste Karussell nach
Großholbach, das man mit Pferden in Aul bei Diez selbst holen mußte. Das
Festzelt wurde – wie damals üblich – von der Brauerei (wahrscheinlich
Busch, Limburg) zur Verfügung gestellt. Das Singen selbst verlief in
herzlicher Einmütigkeit, wurde reibungslos abgewickelt und von der
Bevölkerung begeistert aufgenommen.
Viel
Opferbereitschaft verrät auch der Beschluß, ein vereinseigenes Klavier zu
kaufen. Diese Eigenschaft, gepaart mit einem schönen
Zusammengehörigkeitsgefühl und einem feinen Idealismus zeichnen von jeher
die Mitglieder des MGV aus. So kann bereits im Jahre 1907 ein
Klavier[8]
erstanden werden, das bis vor wenigen Wochen seinen Dienst erfüllte.
Im
gleichen Jahr nimmt der Tod dem befähigten Dirigenten Lehrer Born den
Taktstock[9]
aus den Händen. Zu plötzlich wird er aus der Mitte seiner Lieben und seiner
großen Sängerfamilie gerissen. Sein Tod ist ein schwerer Schlag für den
aufstrebenden Verein. Die rührende Fürsorge der Vereinsmitglieder für die
Hinterbliebenen ist bereits an anderer Stelle gebührend gewürdigt worden.[10]
Jetzt
übernimmt Lehrer Arndt den Chor und führt ihn mit gleicher Liebe und
Hingabe wie sein Vorgänger. Als er 1910 zum Militär einberufen wird,
übernimmt Adam Schneider, ein Sohn des Dorfes, der durch seine
musikalischen Fähigkeiten weit über die Grenzen seines Heimatdorfes bekannt
wurde, die Leitung des Chores.
1912
übergibt er die Chorleitung Lehrer Eufinger, der allen Sängern noch
in bester Erinnerung ist.
Bis zum
Ausbruch des ersten Weltkrieges sind nun keine besonderen Ereignisse zu
verzeichnen.
Der MGV
sucht weiterhin die Verbindung mit auswärtigen Vereinen, tritt bei privaten
Feiern hervor, singt an hohen Sonn- und Feiertagen in der Kirche, besucht
die Feste der Nachbarvereine und spielt im Winter
Theater[11].
Der
erste Weltkrieg brachte auch für unseren Verein schwere Zeiten. Mit dem
Ausrücken vieler Sänger mußte die Vereinstätigkeit eingestellt werden.[12]
Sechs Sänger, die damals ihr Leben ließen, werden noch heute betrauert.[13]
Aber dank seines Zusammengehörigkeitsgefühls fand sich der Gesangverein
nach dem Ende des unseligen Krieges schnell wieder zusammen.
Unter
der bewährten Stabführung von Lehrer Eufinger konnte man 1921 bei
einem Wertungssingen in Horbach hinter Wirges und Heiligenroth den 3. Platz
erreichen. Eine beachtliche Leistung, da noch viele der damals
abgeschlagenen Vereine ein bedeutend höhere Sängerzahl aufwiesen.
1923
kommt es zu einem Wechsel des Dirigenten und Vorsitzenden. Ignaz Kraus
aus Girod, heute in Niederahr wohnend, wird als Dirigent gewonnen und übt
seine Tätigkeit bis 1927 aus. Peter Wolf, der fast 25 Jahre dem
Verein vorgestanden hat und die Geschicke des Vereins mit Umsicht und
Tatkraft leitete, legte die Geschäftsführung in die Hände seines
Nachfolgers Josef Gasser, dem 1925 Anton Meurer als
Vorsitzender folgte.
Das
25jährige Bestehen des Vereins wird mit einem großen
Freundschaftssingen am 29. 6. 1928 begangen.
In den
ersten Jahren zwischen den beiden Kriegen wurden die Vereinsfeste in
Herschbach bei Selters, Moschheim, Dernbach, Oetzingen, Reckenthal,
Niedererbach, Obererbach, Horressen, Elgendorf, Leuterod, Baumbach,
Heilberscheid, Nomborn, Girod, Nentershausen, Staudt, Wirges und an anderen
Orten besucht.
Das Jahr
1927 sieht Philipp Eichmann aus Goldhausen als Dirigent
unseres Vereins. Er betreut den Chor bis 1930 und wird dann von Alois
Schmitt, Heiligenroth, abgelöst.
Der
Vorsitzende Anton Meurer übergibt sein Amt 1928 an Johann
Hommrich, der es bis 1938 verwaltet. Von 1938 – 1948
führt Franz Ferdinand den Vorsitz.
Auch der
2. Weltkrieg bringt das frohe Schaffen zum Erliegen.[14]
Er hinterläßt wiederum große und schmerzliche Lücken in den Reihen der
Mitglieder.[15]
1947
riefen einige treue Mitglieder die alten Sangesbrüder wieder zusammen.
Schon bald konnte der Verein seine schöne Tätigkeit wieder aufnehmen und
weiterhin den Chorgesang pflegen. Begeistert stellten sich die alten Sänger
zur Verfügung, zahlreich strömten die sangesfrohen Jugendlichen herbei, um
die Lücken zu schließen, die Krieg und Alter gerissen haben. So konnte der
heutige Dirigent, Chormeister Jakob Reusch, 1950 einen
zahlenmäßig starken und qualitativ guten Chor übernehmen. Ein in Wirges
stattgefundener Wettstreit, der im gleichen Jahre von unserem Verein
besucht wurde, läßt den ersten Ansatz zu dem heute unverkennbaren
Leistungsaufstieg des MGV unter Chormeister Reusch klar erkennen. Auch die
jährlichen Konzerte beweisen diesen Leistungsaufstieg und zeigen eine
allmählich, aber stete Aufwärtsentwicklung und Kultivierung des
gesanglichen Könnens.
Als
Chormeister Reusch mit unserem Verein und einem Knabenchor, die gemeinsam
einige Darbietungen des Chormeisters zu Gehör brachten, auf den
Sängerfesten in Heilberscheid und Heiligenroth an die Öffentlichkeit trat,
erzielte er wahre Beifallstürme.
Nach
1945 wurden die Feste der Vereine Berod (Gruppensingen), Weroth
(Gruppensingen), Nentershausen (Gruppensingen), Heiligenroth, Nomborn
(Wertungssingen III. Stelle), Ettersdorf, Heilberscheid, Heiligenroth (Gem.
Chor „Cäcilia, Gruppensingen), Pütschbach-Oberhausen, Hundsangen,
Stahlhofen, Steinefrenz besucht.
Ein
Ausflug im Jahre 1949 gab Gelegenheit, in der Wallfahrtskirche zu
Bornhofen eine Messe zu Ehren der Mutter unseres Herrn zu singen.
Heute
zählt der Verein 52 aktive Sänger, 16 inaktive und 6 Ehrenmitglider. Im
vorigen Jahr konnten wir einen Zugang von 16 Sängern verzeichnen.
Den
Vorsitz übernahm 1949 Karl Herborn, 1950 und 1951
Johann Ferdinand, der ihn dann an den jetzigen Vorsitzenden Alfons
Fasel übergab.
Seit der
Gründung des MGV ist die Gastwirtschaft Martin Fischbach
unser Vereinslokal. Sie ist es geblieben bis zum heutigen Tage. Diese
Tatsache mag ein Licht auf das gute Einvernehmen werfen, das der Verein
seit jeher mit dem Gastwirt pflegte. In Anerkennung dieser Tatsache hat der
Gastwirt Fischbach im April dieses Jahres ein Klavier angeschafft und es
dem Verein zur Verfügung gestellt.[16]
5
Mitglieder tragen die goldene Ehrennadel, 12 die silberne Ehrennadel.
Wenn es
galt, sich in den Dienst der Gemeinschaft oder einer guten Sache zu
stellen, dann waren die Männer des MGV stets bereit. Durch ihren Gesang
verschönerten sie das Jubiläum eines Priesters[17],
die Festtage eines Nachbarvereines, das Jubelfest eines Ehepaares,
erfreuten mit ihrem Liede einen Heimkehrer aus bitterer
Kriegsgefangenschaft oder sangen bei der Beerdigung eines lieben
Mitgliedes.
Hilfsbereitschaft, Opfersinn, Treue und Kameradschaft zeichneten die Männer
des MGV aus, möge der lichte Funke dieser edlen Tugenden überspringen auf
die jüngere Generation des Vereins und ausstrahlen in weite Kreise unseres
Volkes. Dann mag’s der Herrgott fügen, daß Mann und Frau und Kind in
unserer Heimat so schlicht, wahr und deutsch bleiben wie die lieben, alten
Lieder unseres Volkes.“
So weit
Lehrer Gerd Galgon in der Festschrift zum 50jährigen Jubiläumsfest im Jahre
1953.
Vor dem
Jubiläum war es um die Geldmittel des Vereines nicht gut bestellt; die
Vereinskasse enthielt nur 241,32 DM. Man beschloss die Durchführung
mehrerer Veranstaltungen und begann im Jahre 1952 mit einer
Kappensitzung im Saale Fischbach „mit einem originellen Elferrat, zu dem
sich die ältesten Vereinsmitglieder zur Verfügung stellten“.[18]
Weitere erfolgreiche Veranstaltungen waren ein Preismaskenball sowie ein
erstmals durchgeführtes „Frühlingsfest“ im Wald am Sportplatz.
Wegen
vorübergehender Verhinderung des Dirigenten Jakob Reusch übernahm Konrad
Schubert aus Montabaur für etwa drei Monate die Chorleitung.
Bemerkenswert ist, dass der Verein im Jahre 1952 gleich drei
Gratulationsständchen anlässlich der Goldhochzeiten Kaspar Daum, Peter
Kaiser und Kaspar Metternich bringen konnte.

Die Westerwälder Zeitung[19]
berichtet über das Goldene Jubelfest: „Am Samstag, Sonntag und
Montag stand das Dorf im Zeichen des goldenen Jubelfestes seines
Männerchores „Cäcilia“. Schon am Samstagabend drängten sich die Besucher im
Festzelte im Unterdorf, als unter Vorantritt der Hadamarer Blasmusikkapelle
der Jubelchor von den Festdamen zum Empfangs- und Begrüßungsabend in das
Zelt geleitet wurde. Nach einem Einleitungsmarsch der Kapelle und einem
ausgezeichnet vorgetragenen Prolog einer Festdame trug der starke Chor den
Begrüßungschor vor. Anschließend hieß Vorsitzender Fasel alle Gäste
herzlich willkommen, begrüßte besonders den Schirmherrn der Veranstaltung,
den Gruppenvorsitzenden Bürgermeister Eidt (Weroth), Kreisvorsitzenden
Ferdinand (Untershausen), die Mitglieder des Ehrenausschusses,
Alterspräsidenten Wolf, die Gründer des Vereins, die anwesenden Vereine aus
Eggenscheidt, Ruppach/Goldhausen und Heiligenroth, Pfarrer Münz, Lehrer
Galgon, sowie die Herren Reusch und Sabel, denen er dafür dankte, daß sie
an der Erreichung der Ziele des Jubelvereins maßgeblich mitgearbeitet
hatten. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß der MGV „Cäcilia“
es als seine Pflicht ansehe, das Erbe der Gründer des Chores zu erhalten
und das edle Gut des Liedes zu hegen und zu pflegen. Der Schirmherr des
Festes, Bürgermeister Eidt[20]
(Weroth), würdigte in einer längeren Ansprache die Sänger und Sängerinnen,
die bereit sind, das Lied in den Alltag hineinzustellen. Er wünschte dem
Verein ein erfolgreiches Gedeihen und forderte die Jugend, besonders die
Sportler, auf, die Reihen der Sänger zu verstärken. Abschließend
überreichte er dem Vorsitzenden ein Geldgeschenk. Kreisvorsitzender
Ferdinand schloß sich den Worten seines Vorredners an und bezeichnete den
alten Sängerveteranen Eidt als Vorbild für die Sängerjugend. Die Diplome
und Ehrennadeln für altverdiente Mitglieder könne er leider an diesem Abend
nicht überreichen, würde es sich aber bei der nächsten Gelegenheit
vorbehalten, die Auszeichnungen den vorgeschlagenen Sängern auszuhändigen.[21]
Die Freiw. Feuerwehrkapelle Hadamar, der MGV „Eintracht“ Eggenscheid, MGV
„Cäcilia“ Ruppach/Goldhausen, Männerchor „Cäcilia“ Heiligenroth, gemischter
Chor „Hoffnung“ Heiligenroth und der gastgebende Verein umrahmten die
eindrucksvolle Feier durch Musik- und Liedvorträge. Düstere Wolken und
Regenschauer drohten am Sonntagvormittag das Fest zu „verwässern“. Gegen
Mittag klärte sich der Himmel jedoch wieder auf, so daß man an dem Gelingen
der Veranstaltung keine Zweifel mehr zu hegen brauchte. Dementsprechend war
auch der Zustrom der auswärtigen Besucher, die die festlich hergerichteten
Straßen in dichten Gruppen umsäumten, als der stattliche Festzug durch das
Dorf marschierte. Die Spitze bildete eine buntgeschmückte Radfahrerstaffel.
Dahinter folgten die Festdamen, die Spvgg. Großholbach/Girod, ein
geschmückter Lastwagen, auf dem die älteren Mitglieder und die Mitbegründer
des Jubelvereins saßen, zwei Musikkapellen und die ganze Schar der
Gastvereine mit rund 800 Sängern. Den Beschluß bildete der gastgebende
Verein. Anschließend folgte das Freundschaftssingen im Festzelt.
Nacheinander traten die Vereine „Liederkranz“ Weltersburg, „Concordia“
Stahlhofen, „Liederkranz“ Dahlen, „Wohlgemut“ Ettersdorf, „Waldeslust“
Heilberscheid, „Concordia“ Reckenthal, „Arion“ Nomborn, „Waldeslust“
Horressen, Herschbach, „Eintracht“ Nentershausen, „Eintracht-Harmonie“
Pütschbach/Oberhausen, „Concordia“ Görgeshausen, „Frohe Stunde“ Weroth,
„Frohsinn“ Steinefrenz, „Hoffnung“ und „Cäcilia“ Heiligenroth,
„Mendelssohn-Bartholdy“ Montabaur und „Cäcilia“ Ruppach-Goldhausen auf die
Bühne und ernteten reichen Beifall. Danach spielte die Kapelle der
Freiwilligen Feuerwehr Hadamar zum Tanz auf, der bis in die späten
Nachtstunden fortgesetzt wurde.“
Die
zahlreichen Fotos in der Schulchronik[22]
dokumentieren das Fest eindrucksvoll, insbesondere das bunte Rahmenprogramm
mit sportlichen Darbietungen der Schulkinder, wie Tauziehen und Boxen.
Das
Protokollbuch vermerkt: „775 Sänger haben – ohne unseren Verein – am
Freundschaftssingen teilgenommen. Insgesamt 2.200 DM an Einnahmen wurden
gebucht. Eine stolze Leistung, die den Verantwortlichen der schönste Lohn
für ihre unermüdliche Tätigkeit ist......“[23]
Angesichts des erfolgreichen Jubiläumsfestes wurde beschlossen, im August
1953 einen Vereinsausflug zu starten. Eine amüsante
Schilderung findet sich im Protokollbuch: „Gestern haben wir nach vielem
Hin und Her unseren Ausflug mit Beteiligung der Frauen und der Festdamen
unternommen. Um 5.00 Uhr früh weckten unsere Sangesbrüder Alfons Fasel,
Gregor Fasel, Josef Stahlhofen und Willi Runte die Reisegesellschaft durch
Umzug mit Pauke und Trommel durch das Dorf. Vor dem Einsteigen um 6.00 Uhr
erwärmte unser Reisekoch Josef Stahlhofen alle Beteiligten durch einen
warmen Kaffee, den er auf offenem Feuer beim Backhaus braute. Mit zwei
Omnibussen (Rossbach, Schneider) setzten sich die 78 Mitfahrenden in
Bewegung mit dem ersten Ziel „Maria Laach“. Dortselbst besuchten wir einen
Gottesdienst und fuhren dann weiter zur Ahr, wo wir in Maischoss und
Altenahr Station machten. Schon bald hatte der Ahrwein verschiedenen
Beteiligten die Gemüter bewegt, so dass es sehr sehr lustig mit
vorzüglicher Stimmung gegen Abend wieder zum Rhein über Koblenz nach
Ehrenbreitstein ins „Mühlental“ ging. Hier an der Abschlussstation musste
sich unsere Gesellschaft leider teilen, da in einem Gasthaus nicht alle
Platz finden konnten. Ein Teil besuchte in Koblenz die Operettenfestspiele
auf dem Rhein und ein Teil machte sich im Ort Ehrenbreistein lustig. Die
Heimfahrt traten wir gemeinsam um 12.00 Uhr an und kamen alle wohlbehalten,
wenn auch etwas benebelt, vor allen Dingen recht zufrieden und lustig in
der Heimat an. Der Verein zahlt den Festdamen und allen Mitgliedern die
Fahrtkosten aus seiner Kasse und freut sich, seinen Mitgliedern diese
Freude machen zu können.“[24]
Zum
Jahresende 1953 lebte die Tradition des Theaterspielens
wieder auf. Die zwei Aufführungen von „Alexa“ waren gut besucht und es
wurde beschlossen, zwei Vorstellungen in Ruppach aufzuführen.
In einer
weiteren begeisternden Kappensitzung im Jahre 1954 wurde ein
Lied geboren, das noch heute viele kennen:
„
Grußholwisch es e Sonndagsdärfje schiener wie Berlin; der Herrgott schufs
wie e Blumekörfje, stellt es vor de Despel hin.“[25]
Das Jahr
1954 wurde abgeschlossen mit einem unerwarteten, großartigen Erfolg beim
Wettstreit in Dehrn, den zweiten Preisen im Klassensingen und Höchstem
Ehrensingen sowie dem ersten Preis im Ehrensingen.

Eine
Fortsetzung der Vereinsgeschichte nach dem großartigen Jubiläumsfest
enthält das Festbuch zum 75jährigen Bestehen im Jahre 1978:
„Den
Vorsitz des Vereins führten:
1952 – 1956 Alfons Fasel
1957 – 1963 Bernhard Wolf
1964 Franz Ferdinand
1965 Rudi Hannappel
1966 – 1969 Johann
Ferdinand
1970 Herbert
Ferdinand
1971 – 1975 Josef Merfels
1976 – heute Hubert Schmidt
Als Chorleiter wirkten:
1950 – 1960 Jakob Reusch
1961 – 1968 Gregor Fasel
1969 – heute Siegfried
Hoffmann
Gesanglich war die Ära Reusch,
die mit seinem Tode im Jahre 1960 zu Ende ging, die erfolgreichste
unserer Vereinsgeschichte. Der Chor hat in dieser Zeit fünf Wettstreite
besucht und dabei insgesamt 5 erste, 9 zweite und 1 dritten Preis errungen.
Höhepunkte waren die glanzvollen Leistungsergebnisse in Dehrn (1954), Auel
(1959) und Hasselbach (1960).
In der
Folgezeit oblag die Chorleitung unserem Vereinsmitglied Gregor Fasel.
Auch unter seiner Leitung wurden ausgezeichnete Erfolge bei vielen
Wertungs- und Kritiksingen sowie auch bei den Wettstreiten in Weißenthurm (1964)
und Bendorf (1966) erzielt.
Erwähnenswert sind noch die Waldfeste, die der Verein in den letzten
Jahren am Waldsportplatz veranstaltete. Unter Mitwirkung vieler
Nachbarvereine erfreuten sich diese Waldfeste steigender Beliebtheit bei
der Bevölkerung. Des weiteren dienen diese Sangesabende der finanziellen
Aufbesserung der Vereinskasse. Der Erlös eines dieser Waldfeste wurde vom
Verein der Zivilgemeinde zur Errichtung der Friedhofshalle[26]
gestiftet.
Als
Dank an die gesamte Sängerfamilie wurden in den letzten Jahren 3 – 4tägige
Reisen in namhafte Urlaubsgebiete unternommen, die sich besonderer
Beliebtheit erfreuen.
Unter
der Regie des Chorleiters Hoffmann setzt sich die Aufgabenstellung und die
Tradition des Vereins fort. Besuche von einigen Leistungssingen (Heilberscheid,
Kölbingen) erbrachten gute Ergebnisse.
Wir
schicken uns an, das 75jährige Bestehen des Vereins zu feiern und wollen
hoffen, daß dieses Fest Anlaß geben möge, junge Leute – die leider heute in
unseren Reihen fehlen – wieder vom Wert des Gesanges zu überzeugen und sie
zur Mitwirkung zu bewegen.“

Das
75jährige Bestehen wurde vom 7. bis 9. Juli 1978 gefeiert.
Schirmherr war der damalige Jagdpächter, Bergwerksdirektor a. D. Gregor
Determann. Der Festausschuß unter dem Vorsitz von Alfons Fasel hatte ein
attraktives Programm zusammengestellt. Höhepunkt war ein großer bunter
Abend am Sonntag mit Deutschlands Show- und Bühnenstar Nr. 1, Roberto
Blanco, und dem Unterhaltungsorchester Otto Benz. Fast hätte dem Star
Roberto Blanco das damals noch fast unbekannte und ursprünglich im Programm
nicht vorgesehene Volksmusik-Duo „Marianne und Michael“ die Schau
gestohlen; die beiden wurden zu Publikumslieblingen. Der Abend war der
Höhepunkt des Festes und übertraf alle Erwartungen. Das Festzelt war zum
Bersten voll und viele fanden keinen Einlass mehr; Gäste aus nah und fern
waren begeistert.
Wegen
der schlechten Witterungsverhältnisse musste der Zeltplatz von der
ursprünglich vorgesehenen Wiese auf einen befestigten Bereich am Bauernweg
verlegt werden.[27]
Die
Westerwälder Zeitung berichtet u. a. : „Seid getrost, morgen scheint die
Sonne“, beruhigte Pfarrer Theo Schönberger den Festausschuss, als am
Freitag heftige Regenschauer auf das Zeltdach niederprasselten. Aber Sankt
Petrus scheint an diesen Wochen „verhaltensgestört“ zu sein, da er
Gutwetterbitten selbst von geistlichen Herren abschlägig behandelt. Wenn
auch an den beiden ersten Tagen der 75-Jahr-Feier des MGV Cäcilia vor allem
der Vergnügungspark unter der schlechten Witterung litt, im Festzelt
herrschte während der Veranstaltungen konzentrierte Vortragskunst und
dankbares Zuhören.“[28]

Die
Jahre bis 1984 beschreibt die Dorfchronik:
„Mit der
Aufgabe des Lehrers Hoffmann als Chorleiter konnte der MGV Cäcilia im
November 1978 Herrn Musikdirektor Hubertus Weimer aus
Wallmerod als Dirigenten gewinnen. Unter seiner Stabführung knüpfte der
Verein wieder an alte Erfolgszeiten an. So wurden z. B. 1979 beim
Wertungssingen in Obererbach ein erster und ein dritter Platz belegt. Bei
einem Punktwertungssingen in Merkelbach 1981 schloß der Verein die
Bewertung im Chor und im Volkslied mit sehr gut ab. 1982 errang der
MGV auf einem Pokalwertungssingen in Hasselbach den ersten, zweiten und den
Dirigentenpreis.[29]
1983 auf dem Gesangwettstreit in Nackenheim erhielt er zwei erste
und den Dirigentenpreis. Beim Gesangwettstreit 1984 in Laubenheim
errang der Verein den ersten und zweiten Preis.“
1979
wurde Ludwig Metternich I eine seltene Ehrung zuteil: Für 60jähriges
Singen wurde er mit Goldenen Ehrennadel mit Schleife des Deutschen
Sängerbundes ausgezeichnet. Gregor Lenz wurde im Jahre 1982
die gleiche Ehrung zuteil.
Im
Jahre 1984 wurde das Vereinslokal, die Gaststätte
Fischbach-Lenz, geschlossen; die Gesangstunden finden seit dieser Zeit im
Bürgerhaus der Ortsgemeinde statt.
Die
Erfolge bei Wettstreiten setzten sich fort:
Beim
Wettstreit in Mainz-Hechtsheim im Jahre 1985 wurden der dritte
Klassenpreis, der erste im höchsten Ehrensingen und der erste
Dirigentenpreis errungen.
1986
in Saulheim erhielt der MGV die höchste Punktzahl seiner Klasse und wurde
mit dem ersten Klassenpreis, dem ersten Ehrenpreis, dem dritten Preis im
höchsten Ehrensingen und mit dem zweiten Dirigentenpreis ausgezeichnet.
In
Niederselters im Jahre 1987 wurde die Leistung der Sänger mit dem
ersten Preis im Klassensingen, dem ersten im höchsten Ehrensingen, dem
ersten Meisterpreis und dem dritten Ehrenpreis belohnt.
Im
gleichen Jahr wurden Ehrenvorsitzender Johann Ferdinand anläßlich
seines 60jährigen Sängerjubiläums sowie Gregor Fasel, Josef Gombert, Rudi
Hannappel, Arnold Herborn, Günter Höhn, Alois Müller, Josef Ruster und Paul
Sturm für 40 Jahre Chorsingen mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet.
Josef Stahlhofen erhielt für 50 Jahre den Ehrenbrief des Deutschen
Sängerbundes.[30]
Anläßlich des 250. Weihefestes der Kath. Pfarrkirche Heilige
Dreifaltigkeit veranstaltete der MGV im März 1988 ein
beispielhaftes Kirchenkonzert. Der Erlös des Konzertes wurde für die gerade
abgeschlossene Renovierung der Kirche zur Verfügung gestellt.[31]
Beim
Gesangswettbewerb in Niedersaulheim im gleichen Jahr errang der Verein
unter der Leitung von Kreischorleiter Hubertus Weimer einen der größten
Erfolge in der Vereinsgeschichte. Alle Preise, die es zu erringen gab,
gingen an den Männergesangverein Cäcilia Großholbach. Die Westerwälder
Zeitung[32]
berichtet: „ In der Klasse 5 a (bis 35 Sänger) verliehen die beiden
Preisrichter Arthur Groß und Professor Hans Rectanus dem Chor sämtliche
Siegeslorbeeren. Am Wettbewerb dieser Klasse nahmen sechs Chöre aus
folgenden Ortschaften teil: Rümmelsheim, Oberhundem, Hahn/Taunus, Niederahr,
Feudingen und Großholbach. Das Pflichtstück, das der Verein vortragen mußte,
hieß „Liebeslied im Garten“. Es stammt aus der Feder von A. Dvorak. Als
Wahlgesang trug der MGV Großholbach „Der Tod von Flandern“ von Philipp
Mohler und als Volkslied „Wenn es Tag wird in den Bergen“ von Wilhelm
Heinrichs vor. In der Gesamtwertung erhielten die Sänger 319 Punkte und
lagen somit noch zwei Punkte über dem Erstplazierten der Klasse 5 b, die
sich ebenfalls aus sechs Chören zusammensetzte. In der erneut
hervorragenden Bewertung bei einem Chorwettbewerb sehen die Sänger mit
ihrem Leiter Hubertus Weimer, der auch mit dem Dirigentenpreis
ausgezeichnet wurde, eine Bestätigung für ihre intensive Arbeit. Bei der
Rückkehr am späten Abend wurde den Sängern ein herzlicher Empfang bereitet.
Bürgermeister Röther[33]
dankte dem Chorleiter und den Sängern für diesen großen Erfolg und sprach
ihnen die Glückwünsche der Gemeinde aus.“
Vom 9.
bis 11. September 1988 feierten die „Cäcilianer“ das 85 jährige Bestehen:
„Männer beherrschten Szene und Bild im Festzelt beim Konzert zum 85jährigen
Bestehen des Männergesangvereins (MGV) „Cäcilia“. Sechs befreundete Vereine
waren zum Auftakt des dreitägigen Sängerfestes gekommen und boten beste
Chormusik. Es schien, als wickele sich vor den insgesamt etwa 600 Personen
ein Sängerwettbewerb ab – nur wesentlich gelöster und in freundschaftlicher
Atmosphäre.
Den
Abend leiteten die 36 „Cäcilianer“ mit Führmanns Komposition „Mein Lied“
ein, in der vor allem die Freude an Lied und Gesang in Wiese und Text
durchklingt. MGV-Vorsitzender Raimund Neiß (Vorsitzender von 1986
bis 1991) begrüßte die Gäste. Applaus gab es für das älteste Ehrenmitglied
des Vereins, Ludwig Metternich, Jahrgang 1905, 60 Jahre lang aktiv
dabei.
Nach dem
Requiem von Peter von Cornelius, mit dessen Vortrag die Großholbacher ihre
anerkannten künstlerischen Fähigkeiten noch einmal bewiesen, überbrachte
Willi Fries Grüße und Glückwünsche vom Deutschen Sängerbund.
Drei
Mitglieder wurden für ihre 40jährige aktive Mitgliedschaft geehrt: Alfons
Sabel (zehn Jahre Schriftführer), Alfons Kopp und Franz Trumm erhielten die
Goldene Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes.
Neben
einem Blumenstrauß bekam auch „Cäcilia“-Dirigent Hubertus Weimer sehr viel
Beifall: Als er vor zehn Jahren sein Amt übernahm, war der jetzt 28jährige
Berufsmusiker und ehemalige Domsängerknabe (Limburg) ganze 18 Jahre jung.
Vereinsvorsitzender Neiß meinte dazu: „Mit 18 Jahren wurde er gleich ins
kalte Wasser geworfen ...“ Daß er gut „schwimmen“ konnte, beweisen die
inzwischen 15 erste und viele andere Preise, die Weimer mit seinen
singenden Mannen einheimsen konnte.“[34]
Im Jahre
1989 konnte der MGV bei zwei Wettstreiten in Nickenich und
Obererbach alle ersten Preise und jeweils den Dirigentenpreis erringen.
Große
Beachtung fand das attraktive Programm des Frühjahrskonzertes am 24. Und
25. März 1990 im Bürgerhaus. Besonders beeindruckte der junge
Pianist Martin Stadtfeld aus Gackenbach.
Bei
einem Wettstreit in Großzimmern konnte der Verein an die Erfolge der
vergangenen Jahre anknüpfen und errang in seiner Klasse mit sechs Vereinen
alle ersten Preise: Jeweils den ersten Preis im Klassensingen, im
Ehrensingen und im höchsten Ehrensingen sowie den ersten Dirigentenpreis
und den ersten Preis für die Tagesbestleistung.
„Kirchenmusik ganz besonderer Güte bekamen die Gäste des MGV Cäcilia in der
Dreifaltigkeitskirche geboten“, so berichtet die Westerwälder Zeitung über
das Konzert im September 1992. „Der Höhepunkt des Konzertabends war
der Auftritt des gemischten Chors aus Narva in Estland unter der
Leitung von Marina Kossolapowa. Der noch junge Chor, der in diesen Tagen
seinen fünften Geburtstag feiert, präsentierte dem Großholbacher Publikum
russische und westliche Klassik sowie russische Kirchenmusik und
Volkslieder.“ Auch das Lindenquartett unter der Leitung von Hubertus Weimer
begeisterte das Publikum. Bei dem anschließenden Freundschaftsabend im
Bürgerhaus hatten alle Konzertgäste die Gelegenheit, den Chor aus Estland
näher kennenzulernen.[35]
Die
Auszeichnung als „Amtierender Meisterchor“ im Sängerbund
Rheinland-Pfalz beschloss das Jahr 1992. Die Westerwälder Zeitung berichtet
u. a. über den Bundesleistungswettbewerb des Sängerbundes Rheinland-Pfalz
in Ransbach-Baumbach: „Am Schlusstag des Meisterchorsingens war das Niveau
der Chordarbietungen unverändert hoch. Der MGV Großholbach brachte Harald
Genzmers „Die Weihe der Nacht“ zum Vortrag“ und erhielt für die drei unter
Leitung von Hubertus Weimer vorgetragenen Werke eine bessere Wertung als
1,50.[36]
Das
90jährige Jubiläum feierte der Verein unter seinem Vorsitzenden
Bernhard Herborn (Vorsitzender von 1992 bis 1996) vom 17. bis 19.
September 1993 im Bürgerhaus. Auf dem Programm standen ein Bunter
Dorfabend, der Festkommers und ein Kritiksingen aller Chöre der
Sängergruppe III des „Unterwesterwaldkreises“. Außerdem wurde Hubertus
Weimer für 15 Jahre Tätigkeit in Großholbach und für seine hervorragende
Arbeit als Chorleiter Dank ausgesprochen. Für 40 Jahre aktive
Mitgliedschaft im MGV erhielten Helmut Endres, Herbert Ferdinand, Karl
Hübinger, Werner Lohr, Werner Meurer und Alfred Nink die Goldene
Ehrennadel.[37]
Im April 1994 beginnt die Westerwälder
Zeitung ihren Artikel: „Zu einem auf hoher Ebene angesiedelten
internationalen Chorkonzert hatte der MGV Cäcilia in die
Dreifaltigkeitskirche eingeladen“. Auf einem hohen Niveau musizierte der
MGV mit dem weißrussischen Kammerchor „Sonorus“ aus Molodetschno
im Bezirk Minsk. „Unter der Leitung von Professor Alexej Schut sang der
Chor , dem sich später der ausgezeichnete Cellist Professor Oleg Olownikow
und der Pianist Sergej Kudrin als Instrumentalisten zugesellten, Choräle
der russisch‑orthodoxen Liturgie, klassisches Liedgut, unter anderem von
Tschaikowskij sowie zum Schluss Volkslieder
der Republik
Belorussia. Einige Chorwerke gaben hervorragenden Solostimmen die
Möglichkeit, sich vorzustellen, wobei vor allem die Bassisten zur Geltung
kamen. Zu Beginn hatte der Chor auf sehr ansprechende Weise Bruckners
"Locus iste" vorgetragen, der seinen, etwa einstündigen Auftritt mit einer
Zugabe Strauß'scher Walzermelodien beendete. Anschließend traf sich die
deutsch‑belorussische Sängergemeinschaft zu einem Empfang im Gemeindehaus,
wo Blumen und Gastgeschenke überreicht und die Gäste mit Essen und Trinken
bewirtet wurden. Professor Schut lobte den meisterlichen Gesang der
Gastgeber und versicherte, dass in seiner belarussischen Heimat in einem
Dorf, vergleichbar mit Großholbach, ein Chor von solch hoher Qualität nicht
zu finden sei. Unter dem Beifall der 28 Mitglieder des Kammerchors übergab
er dem Cäcilia‑Vorsitzenden Bernhard Herborn einen Teller aus Minsk.“[38]
Im
gleichen Jahr wiederholte der MGV den Erfolg aus dem Jahr 1988 und errang
bei den Chortagen in Watzenborn-Steinberg bei Gießen erneut alle Preise in
seiner Klasse. Die Leistung von Chorleiter Hubertus Weimer wurde mit dem
ersten Dirigentenpreis gewürdigt.[39]
Beim
Regionalsingen 1995 in Nentershausen erreichte der Chor die
Tagesbestnote von 151 Punkten.[40]

Bei
allen Erfolgen muss sich der MGV immer wieder um Nachwuchs sorgen und
bemühen, wie z. B. mit einem Brief im Jahr 1995: „Liebe
Großholbacher Mitbürger,
vielleicht wohnen Sie noch nicht lange in Großholbach und kennen niemanden
außer Ihren Nachbarn, vielleicht aber wohnen Sie schon länger oder auch
immer hier ‑ wie dem auch sei:
Sie treffen uns jeden Dienstag
von 20.30 bis 21.45 Uhr in der ehemaligen Schule. Da haben wir nämlich
unsere wöchentliche Chorprobe. Mein lieber Herr Gesangverein, werden Sie
womöglich sagen, was soll ausgerechnet ich bei einer Chorprobe?
Ganz
einfach: Hören Sie einmal zu und sprechen Sie mit uns !
Sie
werden feststellen: Wir sind keineswegs „studierte“ Sänger und
Notenexperten, sondern singen nicht besser als Sie ‑aber im Chor klingen
die einzelnen Stimmen gut zusammen. Wir können auch beileibe nicht
fehlerfrei „vom Blatt“ singen, sondern müssen schon tüchtig üben. Wir
kommen nicht nur zum Singen zusammen; es werden auch schon einmal Späße
gemacht und herzhaft gelacht und zwischendurch wird auch schon mal eine
Feier eingelegt.
Möchten
Sie dazugehören ? Kommen Sie doch einfach dienstagabends einmal zu uns! Sie
müssen keine Tonleiter auf und ab singen. Sie müssen sich auch nicht dem
versammelten Chor vorstellen. Fragen Sie nach Raimund Neiß, unserem 1.
Vorsitzenden, oder sprechen Sie einen anderen an, den Sie schon kennen.
Alles andere ergibt sich dann ganz von selbst. Übrigens: Der monatliche
Beitrag beträgt für Sänger ab 18 Jahren 2,--DM, jugendliche Sänger sind
beitragsfrei!
Warum
dieses Schreiben ? Wir sind ein Verein mit fast 85‑Jähriger Tradition und
laufen Gefahr, in absehbarer Zeit infolge Sängermangel die Aktivitäten
einschränken oder ganz einstellen zu müssen. Waren im Jahr 1980 noch 52
aktive Sänger zu verzeichnen, so hat sich diese Zahl bis zum heutigen
Zeitpunkt auf 36 reduziert. Der Trend ist, u.a. aus altersbedingten
Gründen, weiterhin rückläufig. Deshalb: Wie wäre es? Die nächste Probe nach
den Sommerferien ist am Dienstag, den 25. August, womit gleichzeitig das
neue Gesangsjahr mit dem Einproben neuer Lieder beginnt. Es wäre ein
Einstieg ohne Nachteile gegenüber den „alten“ Sängern. Ihre „Cäcilia“
Großholbach.“

Dieter Knopp wird im Jahre 1997
Vorsitzender. Im gleichen Jahr beendete Hubertus Weimer sein
erfolgreiches Dirigat auf eigenen Wunsch. Die Jahre unter Musikdirektor
Hubertus Weimer[41]
waren die bisher erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. Den Dirigentenstab
übernahm für kurze Zeit Thomas Wagner aus Niedererbach; danach kommt
der junge Chorleiter Michael Döll nach Großholbach. Im Rahmen
des Adventskonzertes in der Pfarrkirche wurden verdiente Sänger mit der
Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet, für
50jähriges Singen Gregor Fasel und Paul Sturm, für 40 Jahre Reinhard
Metternich.[42]
Auch mit dem neuen Chorleiter konnte der Verein weitere Erfolge verbuchen,
so die erneute Auszeichnung als Meisterchor im Jahre 1997.[43]
Die Sänger kehrten 1998
von einem Wettbewerb in Neuenhain/Taunus mit dem ersten höchsten
Ehrenpreis, dem zweiten Klassenpreis sowie dem zweiten Dirigentenpreis
zurück.[44]
Der
Wettstreit in Eppenrod im gleichen Jahr sah erneut einen MGV in Hochform.[45]
Das
Adventskonzert 1998 war der Rahmen für die Ehrung der aktiven Sänger Alfons
Kopp, Alois Müller und Franz Trumm für ihr 50jähriges Engagement.[46]
Im Jahre
1999 folgten weitere Erfolge bei den Wettstreiten in Schönborn mit
dem jeweils zweiten Klassen-, Ehren- und Dirigentenpreis, in Oberkleen mit
allen ersten Preisen seiner Klasse und dem zweiten Dirigentenpreis.
Der MGV
übernahm die Bewirtschaftung des Kirmeszeltes, eine hervorragend
organisierte Gemeinschaftsleistung der Vereinsmitglieder.
Beim
Wettbewerb im Jahre 2000 in Weroth errang der MGV den ersten
Klassenpreis, den ersten Dirigentenpreis und eine Auszeichnung in Silber.
Anlässlich des Adventskonzertes 2000 wurden Helmut Endres, Herbert
Ferdinand und Franz Schlemmer für 50 Jahre aktives Chorsingen sowie Reimund
Neiss für 40 Jahre mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes
ausgezeichnet.[47]
Auch ein Gesangverein muss mit der Zeit gehen: Der MGV Cäcilia hat seit dem
Jahre 2000 eine Homepage im Internet:
www.mgv-caecilia.de.
Mit der
Jahreshauptversammlung 2001 begannen die Vorbereitungen für das
100jährige Jubiläumsfest vom 28. bis 30. Mai 2003. Die
Mitgliederversammlung beschloss einstimmig, aus diesem Anlaß die
Vereinsfahne aus dem Jahre 1906 für rund 6.000 DM[48]
restaurieren zu lassen.
Die
Erhebung des Beitrages wurde zu Beginn des Jahres 2002 von DM auf €
umgestellt.
Im März
2002 beantragte der MGV die Verleihung der
Zelter-Plakette[49]
anlässlich des 100jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 2003.
Beim
Chorwettbewerb in Horbach wurde der MGV Cäcilia mit sämtlichen ersten
Preisen in der Klasse M 4 bedacht.[50]

Ausblick
Das Vereinsjubiläum ist auch
ein Anlass für einen Blick in die Zukunft und zu der Frage:
[51]
„Gesangvereine ohne
Zukunft?“[52]
Stillstand bedeutet Rückschritt.
Gesangvereine haben im ländlichen Gebiet nur dann eine Zukunft, wenn sie
auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Konkret heißt das: Starre
Vereinsstrukturen aufgeben, Veranstaltungen neue Inhalte (etwa in der
Begegnung mit Chören aus anderen Ländern) geben und teilweise das über
Jahrzehnte tradierte Liedgut ‑ darunter musikalisch und textlich sehr
fragwürdige Kompositionen ‑ aktualisieren und modernisieren.
Um eine
gesicherte musikalische Zukunft zu haben, müssen Chöre offen sein für
Fusionierungen mit Chören benachbarter Gemeinden; das heißt auch, dass
nicht weiter an Konkurrenzdenken und Rivalitäten festgehalten wird, wie sie
oft seit mehreren Sänger-Generationen bestehen. Stimmlich unterbesetzte
Männergesangvereine sollten sich dem veränderten Zeitgeist stellen und über
eine Zukunft als gemischter Chor, also mit Männer‑ und Frauenstimmen,
nachdenken.
Eine der wichtigsten Aufgaben
der Chorverbände wird es sein, junge Menschen zu finden, die Freude am
Chorgesang haben und die bereit sind, sich einer soliden Ausbildung zum
Chorleiter zu stellen.
Einen ersten Schritt zur
Belebung des Chorwesens tat der Sängerbund Rheinland-Pfalz, indem er seinen
Mitgliedsvereinen einen „Kulturberater“[53]
zur Verfügung stellte; diese umfangreiche Loseblattsammlung steht unter dem
Schlagwort "Vision 2000" und gibt unter anderem Anregungen zu Organisation
von Vereinen, Werbung und Nachwuchsförderung.
Anfänge, teilweise aus der Not
des Überlebenskampfes heraus entstanden, sind gemacht. Viele Anstrengungen
werden jedoch nötig sein, um ein kulturelles Erbe, das über viele
Jahrzehnte, teilweise über Jahrhunderte, gewachsen ist, nicht nur
weiterzuführen, sondern zeitgemäß weiterzuentwickeln.
Es ist
eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu.“[54]
Das Jubiläum möge dazu
motivieren, in diesem Sinne anstehende Probleme zu lösen und eine alte
Tradition in zeitgemäßer Form fortzusetzen.

Zeittafel
1900 Gründungsinitiative.
1903 Vereinsgründung.
Vorsitzender Peter Wolf.
Dirigent Lehrer Peter Born.
1906 Erstes
Sängerfest und Fahnenweihe.
1907 Tod
von Lehrer Peter Born.
Neuer Dirigent wird Lehrer
August Arndt.
Anschaffung eines Klaviers.
1910 Dirigent Adam
Schneider, Großholbach.
1912 Lehrer
Josef Eufinger übernimmt das Dirigat,
1921 Dritter
Platz beim Wertungssingen in Horbach.
1923 Vorsitzender wird
Josef Gasser.
Dirigent Ignaz
Kraus aus Girod.
1925 Vorsitzender
wird Anton Meurer.
1927 Philipp Eichmann
aus Ruppach-Goldhausen Dirigent.
1928 Freundschaftssingen
anlässlich des 25jährigen Jubiläums.
Vorsitzender wird Johann
Hommrich.
1930 Alois Schmitt,
Heiligenroth, wird Dirigent.
1938 Franz
Ferdinand Vorsitzender.
1947 Neubeginn
nach dem zweiten Weltkrieg.
1949 Ausflug und
Chormesse in der Wallfahrtskirche Bornhofen. Vorsitzender Karl Herborn.
1950 Chormeister
Jakob Reusch aus Girod wird Dirigent.
Vorsitzender Johann
Ferdinand.
1952 Vorsitzender
Alfons Fasel.
Kappensitzung.
Maskenball.
Waldfest.
1953 Großes
Jubiläumsfest zum 50jährigen Bestehen.
Gastwirt Martin
Fischbach stellt ein neues Klavier zur Verfügung.
Vereinsausflug Maria
Laach, Ahrtal, Koblenz
Theateraufführung
„Alexa“.
1954 Traditionelle
Kappensitzung.
Erfolgreicher
Wettstreit in Dehrn.
1957 Vorsitzender
Bernhard Wolf.
1960 Dirigent Jakob
Reusch verstirbt.
1961 Gregor
Fasel, Großholbach, Dirigent.
1964 Vorsitzender
Franz Ferdinand.
1965 Vorsitzender
Rudi Hannappel.
1966 Vorsitzender
Johann Ferdinand.
1969 Dirigent
Siegfried Hoffmann, Horbach.
1970 Vorsitzender
Herbert Ferdinand.
1971 Vorsitzender
Josef Merfels.
1972 Johann Ferdinand
wird Ehrenvorsitzender.
1976 Vorsitzender
Hubert Schmidt.
1978 75jähriges Jubiläum.
Musikdirektor Hubertus Weimer, Wallmerod, wird Dirigent.
1979 Ludwig
Metternich I wird für 60jähriges Singen mit der Goldenen Ehrennadel mit
Schleife usgezeichnet.
1980 Grosses
Herbstkonzert im Festzelt auf dem Dorfplatz.
1981 Erfolgreiches
Punktwertungssingen in Merkelbach.
Ausflug von
vier Tagen nach Reit im Winkel.
1982 Erfolgreicher Wettbewerb in Hasselbach.
Gregor Lenz erhält die Goldene Ehrennadel mit
Lorbeerblatt für 60 Jahre aktives Singen.
1983 Erfolgreicher Wettbewerb in Nackenheim.
Ausflug von vier Tagen nach Sölden im Ötztal.
1984 Erfolgreicher
Wettbewerb in Mainz-Laubenheim.
Schließung
des Vereinslokals Fischbach/Lenz.
1985 Erfolgreicher Wettstreit in Mainz Hechtsheim.
Ausflug von
vier Tagen nach Sonthofen im Allgäu.
1986 Vorsitzender
Reimund Neiß.
1987 Ehrenvorsitzender
Johann Ferdinand feiert das 60jährige Sängerjubiläum.
Großer Erfolg beim
Wettstreit in Niederselters.
Ausflug von vier
Tagen nach Finkenberg/Zillertal
1988 Fest
zum 85jährigen Bestehen.
Alle ersten Preise beim
Gesangswettbewerb in Niedersaulsheim.
Kirchenkonzert zum
250. Weihefest der Pfarrkirche.
1989 Alle ersten
Preise und Dirigentenpreise bei Wettstreiten in Nickenich und Obererbach.
Tagesausflug
nach Zell an der Mosel.
1990 Wettstreit in
Großzimmern: Alle ersten Klassenpreise.
Ausflug von
vier Tagen nach Saalbach.
1991 Wettbewerb in Lindenholzhausen: Zweiter Klassenpreis,
Zweiter Ehrenpreis,
Erster Höchster Ehrenpreis, Zweiter Dirigentenpreis.
Kreisleistungssingen in Kordel: Bundesleistungssingen
Stufe I: Sehr gut-hervorragend,
qualifiziert zum Regional-Leistungssingen.
1992 Bernhard
Herborn Vorsitzender.
Bundesleistungssingen Stufe II mit 1,02 Punkten qualifiziert zum
Meisterchorsingen.
Auszeichnung
als Meisterchor.
Ausflug von
vier Tagen nach Kichberg/Tirol.
Kirchenkonzert mit dem Gastchor aus Narva, Estland.
1993 Ehrenvorsitzender Johann Ferdinand verstorben.
90jähriges
Jubiläum.
1994 Erneut
alle ersten Preise bei den Chortagen Watzenborn-Steinberg in Polheim:
Erster Klassenpreis, Erster Volksliederpreis.
1995 Kreisleistungssingen
in Girod: Bundesleistungssingen Stufe I mit
Sehr gut-hervorragend, qualifiziert zum Regional-Leistungssingen.
Pokal-Punkt-Wertungssingen in Beselich-Obertiefenbach:
Erster Klassenpreis,
Zweiter Ehrenpreis, Erster Höchster Ehrenpreis, Erster Dirigentenpreis.
Tagesbestnote beim
Regional-Leistungssingen in Nentershausen: Bundesleistungssingen
Stufe II mit 151
Punkten, qualifiziert zum Meisterchorsingen.
Tagesausflug in den
Odenwald.
1996 Chorleiter
Thomas Wagner, Niedererbach.
Tagesausflug
nach Idar-Oberstein.
1997 Dieter
Knopp, Vorsitzender.
Chorleiter
wird Michael Döll, Hundsangen.
Erneute Auszeichnung als Meisterchor: In Nentershausen
Bundesleistungssingen
Stufe III mit 221 Punkten.
Ausflug von vier Tagen nach St. Johann im Ahrntal/Südtirol.
Thomas Beck tritt die Nachfolge von Gergor Fasel an, der 25 Jahre
Vizechorleiter war.
1998 Erfolgreiche
Wettbewerbe in Neuenhain (Zweiter Klassenpreis, Erster Höchster Ehrenpreis,
Zweiter Dirigentenpreis) und Eppenrod
(Erster Klassenpreis, Zweiter Ehrenpreis, Erster Volksliederpreis, Erster
Dirigentenpreis).
Neue Satzung und
Eintragung in das Vereinsregister als e. V.
1999 Wettbewerb
in Schönborn: Zweiter Klassenpreis, Zweiter Höchster Ehrenpreis, Zweiter
Dirigentenpreis.
Wettbewerb in
Oberkleen: Erster Klassenpreis, Erster Ehrenpreis,
Erster
Meisterpreis, Zweiter Dirigentenpreis.
Bewirtschaftung
des Kirmeszeltes.
Ausflug von vier
Tagen nach Flachau bei Salzburg.
2000 Wettbewerb in Weroth: Auszeichnung in Silber, Erster
Klassenpreis, Erster Dirigentenpreis.
Wettbewerb in Nomborn: Erster Klassenpreis, Erster Preis
höchstes Ehrensingen,
Erster Meisterpreis, Erster Dirigentenpreis.
Tagesausflug zur Landesgartenschau nach Kaiserslautern
und Abschluss
auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Mainz.
Homepage im
Internet: www.mgv-caecilia.de
2001 Restaurierung
der Vereinsfahne beschlossen.
Regionalleistungssingen in Ochtendung: Mit zwei mal sehr gut und der
zweitbesten Tagesleistung
Zulassung zum Kreisleistungssingen.
Vierte Preise beim Volksliederwettbewerb in Dehrn.
Silberdiplom beim Nationalen Chorwettbewerb in Lindenholzhausen.
Ausflug von vier Tagen nach Dresden.
2002 Beantragung der
Zelter-Plakette.
Chorwettbewerb in
Horbach: Sämtliche erste Preise in der Klasse M 4.

Fußnoten
[1]
Lehrer in Großholbach von 1947 bis 1955.
[2]
Chronik Großholbach, Seite 175 ff.
[3]
Cäcilia war eine der volkstümlichsten Heiligen, ihr Name war ein häufig
verwendeter Mädchenname. Bekannt ist Cäcilia als Nothelferin und als
Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem
Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel
gespielt haben soll.
[4]
Pfarrer von 1886 bis 1923, verstorben am 9. 10. 1926.
[5]
Heute Wohnhaus Hauptstraße 8.
[6]
Dort steht heute das Wohnhaus Hauptstraße 10.
[7]
Auf der einen Seite des blauen Fahnentuches ist um eine Lyra herum der
Text aufgestickt: „Gesang-Verein „Cäcilia“ 19 – Grohsholbach – 06“, auf
der anderen Seite befinden sich eine von Rosen umrankte Darstellung der
Heiligen Cäcilia und die Inschrift: „ Sancta Cäcilia ora pro nobis!“
Im Kassenbuch ist für das
Jahr 1906 eine Ausgabe von 302 Mark 15 Pfennige für die Vereinsfahne
verbucht.
[8]
Es handelte sich um ein Pianino von der Firma Bühler in Limburg, das nach
dem Kassenbuch in den Jahren 1908, 1909 und 1910 mit 150 Mark und zwei
Raten zu jeweils 50 Mark bezahlt wurde.
[9]
Nach dem Kassenbuch wurde im Jahre 1906 ein Taktstock für 3 Mark 30
gekauft.
[10]
Der Schulchronist (Schulchronik Band I, 1906/07) berichtet: „Die
Gemeinde überließ einen Platz zur Errichtung eines Wohnhauses. Die
Ausschachtarbeiten übernahmen unentgeltlich die Mitglieder des von Herrn
Born geleiteten Gesangvereins „Cäcilia“; desgleichen wurde das Anfahren
der Baustoffe ohne Entgelt von den Bürgern ausgeführt.“ Lehrer Peter Born
„starb im besten Mannesalter: er war erst 45 Jahre alt“.
[11]
Mit dem Theaterspiel erzielte der Verein nicht unerhebliche Einnahmen, so
z. B im Jahre 1927 221,25 Mark an Eintrittsgeld für zwei Vorstellungen,
für sechs Vorstellungen im Jahre 1946 insgesamt 1.881,30 Mark. Wie heute
konnte der Verein nicht alleine vom Beitrag „leben“; dieser betrug am
Anfang 20 Pfennige im Monat bei einem zusätzlichen, einmaligen
Eintrittsgeld von 1 Mark.
[12]
Das Kassenbuch enthält für die Jahre 1914 bis 1925 keine Einträge.
[13]
Franz Berg, Paul Meurer, Karl Schneider, Ludwig Speier, Paul Speier, Karl
Trumm; vgl. Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, 1978.
[14]
Das Kassenbuch enthält für die Jahre 1934 bis 1945 keine Einträge,
ausgenommen das Jahr 1943 mit geringen Beitragseinnahmen von nur 13
Mitgliedern.
[15]
Ernst Fischbach, Ernst Herborn, Josef Herborn, Toni Meurer, Bernhard
Sturm, Johann Sturm, Richard Trumm, Willi Wolf (vermisst); vgl.
Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, 1978.
[16]
Das ausgediente Pianino wurde 1953 für 50 DM an Franz Ferdinand verkauft.
[17]
Wie z. B. am 10. August 1921: Anläßlich des Diamantenen Priesterjubiläums
von Pfarrer Haas trug der „Kirchengesangverein Cäcilia im sonntäglichen
Festamt eine vierstimmige Messe mit jubilierenden Einlagen in
vorzüglicher Weise vor“, so Gerd Galgon in der Festschrift aus Anlaß des
50jährigen Bestehens im Jahre 1953, S. 3, „Aus der Geschichte des Dorfes
Großholbach“. Schulchronik, Band I, 1921.
[18]
Protokollbuch (Schriftführerbuch der Jahre 1952 bis 1954, geführt von
Alfons Sabel, Seite 4.
[19]
Westerwälder Zeitung vom 19. Mai 1953.
[20]
Damaliger Gruppenvorsitzender.
[21]
Im Protokollbuch (Schriftführerbuch der Jahre 1952 bis 1954, geführt von
Alfons Sabel, Seite 9 findet sich eine Berichtigung: „Für 25jährige
Tätigkeit als aktive Sänger wurden vom Kreisvorsitzenden Ferdinand mit
der Silbernen Ehrennadel die Mitglieder Ferdinand Bernhard, Meudt Josef,
Luhs Alois und Ferdinand Johann ausgezeichnet.“
[22]
Band I, Seiten 106 bis 110.
[23]
Protokollbuch (Schriftführerbuch) der Jahre 1952 bis 1954, geführt von
Alfons Sabel, Seite 4.
[23]
Protokollbuch, Seite 10.
[24]Protokollbuch,
Seite 11.
[25]
Protokollbuch, Seite 15.
[26]
Grundsteinlegung 1975, Einweihung 1977.
[27]
Heutiges Gewerbegrundstück Hubert Schmidt. Der Weg zwischen Bauernweg und
Friedhofsweg musste ausgebessert werden; der Volksmund spricht daher noch
heute vom „Gesangvereinsweg“.
[28]
Westerwälder Zeitung vom 11. Juli 1978.
[29]
Hier irrt der Chronist: Es waren alle zweiten und der zweite
Dirigentenpreis.
[30]
Westerwälder Zeitung vom 14. Januar 1987, Seite 12.
[31]
Westerwälder Zeitung vom 21. März 1988, Seite 22.
[32]
Westerwälder Zeitung vom 2./3. Juli 1988, Seite 16.
[33]
Ortsbürgermeister seit 1988.
[34]
Westerwälder Zeitung vom 16. September 1988.
[35]
Westerwälder Zeitung vom 23. September 1993, Seite 16.
[36]
Westerwälder Zeitung vom 11. November 1992, Seite 17.
[37]
Westerwälder Zeitung vom 21. September 1992, Seite 19.
[38]
Westerwälder Zeitung vom 8. April 1994.
[39]
Westerwälder Zeitung vom 4. Juli 1994, Seite 21.
[40]
Westerwälder Zeitung vom 20. November 1995, Seite 21.
[41]
Westerwälder Zeitung vom 20. September 1996, Seite 20,
„Ein musikalischer Schaffer
lässt aufhorchen“, Artikel mit „Steckbrief“.
[42]
Westerwälder Zeitung vom 29. Dezember 1997.
[43]
Westerwälder Zeitung, 11. November 1997.
[44]
Westerwälder Zeitung vom 23./24. Mai 1998.
[45]
Westerwälder Zeitung vom 3. August 1998.
[46]
Westerwälder Zeitung vom 23. Dezember 1998.
[47]
Westerwälder Zeitung vom 19. Dezember 2000, Seite 19.
[48]
Die Ortsgemeinde Großholbach gewährte einen Zuschuss von DM 1000,--.
[49]
Die Zelter-Plakette ist eine staatliche Auszeichnung für Chöre. Seit 1956
werden auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss Chöre
mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet, „die sich in langjährigem Wirken
besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des Volksliedes und
damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben“.
Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich der Chor in
ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Liedpflege gewidmet
und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische und
volksbildende Verdienste erworben hat. Die Verleihung der Zelter-Plakette
erfolgt einmal jährlich - traditionsgemäß am Sonntag "Laetare", drei
Wochen vor Ostern - im Rahmen eines Festaktes auf Bundesebene an
wechselnden Orten. Bei diesem Festakt überreicht der Bundespräsident oder
sein Beauftragter einem der auszuzeichnenden Chöre die Zelter-Plakette
und die Urkunde, stellvertretend für alle Chöre, die diese Ehrung im
gleichen Jahr erfahren. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Komponisten
Karl Friedrich Zelter (1758 - 1832), dem deutschen Komponisten und
Musikpädagogen, der mit der Berliner Liedertafel den ersten Gesangverein
Deutschlands gegründet hatte und Leiter der Berliner Singakademie war.
[50]
Westerwälder Zeitung vom 29./30. Mai 2002, Seite 16.
[51]
Wörtlich entnommen aus Elke Wittelsberger, In Freud und Leid zum Lied
bereit? , Das Oberwesterwälder Chorwesen im Wandel der Zeit, unter dem
Titel „Die Entwicklung des Chorwesens im Gebiet des ehemaligen
Oberwesterwaldkreises seit dem 19. Jahrhundert. Eine volkskundliche
Studie zum Vereinswesen im ländlichen Raum“ im Jahre angefertigte
Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktor der
Philosophie (Dr. Phil.) beim Fachbereich 13 (Philologie I) der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz. Erschienen im Gardez Verlag, St. Augustin,
2001.
[52]
Titel einer empirischen Studie von Thomas A. Troge (Vgl. Troge 1988).
[53]
Vgl. Kulturberater Sängerbund Rheinland‑Pfalz e. V., 1997.
[54]
Zitat nach Heinrich Heine.
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