MGV "Cäcilia" 1903 Großholbach e.V.

"Meister" Chor im Sängerbund  Rheinland - Pfalz im deutschen Chorverband

Inhaber der Zelterplakette im deutschen Chorverband

 

 

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In Freud und Leid zum Lied bereit

Die Geschichte des Männergesangvereines

Cäcilia 1903 Großholbach e. V.

Von Winfried Röther

Die Geschichte des MGV Cäcilia brauchte nicht völlig neu geschrieben zu werden.

Die Zeit von seiner Gründung im Jahre 1903 bis zum 50jährigen Jubiläum im Jahre 1953 beschreibt Gerd Galgon[1] in der „Festschrift aus Anlaß des 50jährigen Bestehens am 16.,17.und 18. Mai 1953. Die „Festschrift  zur Feier des 75-jährigen Bestehens, verbunden mit einem Freundschaftssingen, vom 7. Juli bis 9. Juli 1978“ und die Chronik von Großholbach enthalten die Geschichte des Vereines bis zum Jahre 1984.[2] Diese Quellen wurden ergänzt und mit Anmerkungen versehen.

 

Gerd Galgon schreibt: „In diesen schönen Maitagen des Jahres 1953 vollendet der MGV Cäcilia, der von einer kleinen Schar sangesfreudiger und liedfroher Männer ins Leben gerufen wurde, sein fünfzigstes Lebensjahr.

Heute die Geschichte des Vereines von den ersten Anfängen an aufzuschreiben, ist kein leichtes Beginnen.

Aus den ersten Tagen des Vereines liegen kaum Aufzeichnungen vor, schriftliche Unterlagen aus späteren Jahren verschwanden in den beiden Weltkriegen. So ist der Schreiber heute auf viele mündliche Überlieferungen der noch lebenden älteren Vereinsmitglieder angewiesen. Dadurch könnte es leicht geschehen, daß einige wichtige Ereignisse nicht erwähnt werden, da sie einfach nicht mehr greifbar sind.

Im Mai des Jahres 1900 traten einige junge Menschen, die Sinn für Natur und unverdorbene Freude hatten, die mit Herz und Seele an ihrer deutschen Heimat hingen, an den unvergeßlichen Lehrer Born mit der Bitte heran, mit ihnen doch einige Volks-, Burschen- und Wanderlieder einzuüben. Herr Born war dem Ansinnen wohlgesinnt und musizierte fortan mit dem kleinen Häuflein, das das deutsche Volkslied als heimatliches und nationales Liedgut pflegte, wie lange Geschlechterreihen davor, wie Väter und Vorväter, die ihr deutsches Herz, ihr grundehrliches Gemüt, ihre Liebe zu Volk und Heimat in diese Leider hineingesungen haben.

Immer mehr schlossen sich die Reihen, immer größer wurde die Schar der begeisterten Sänger, die noch Herz und Mund für das altehrwürdige Lied des deutschen Volkes hatten. Darum beschloß man auch die ordnungsgemäße Gründung eines Gesangvereins. Die Satzungen wurden entworfen und dem zuständigen Landratsamt mit der Bitte vorgelegt, die Vereinsgründung zu genehmigen. So konnte der Verein , den man auf Wunsch des ersten Dirigenten und der Begründer den Namen „Cäcilia“[3] gab, im Jahre 1903 den Grundstein für sein späteres Blühen und Gedeihen legen.

Wenn „der Name Bedeutung ist“, dann trifft das Sprichwort auf den MGV „Cäcilia“ in ganz besonderer Weise zu. Es ist darum leicht verständlich, daß der Verein in der Folgezeit in erster Linie den geistlichen Gesang pflegte, ohne jedoch das weltliche und volkstümliche Lied zu vernachlässigen. Zur Ehre des allmächtigen Gottes und zur Freude der Menschen zu singen, blieb Leitstern des Vereins.

Als Gründer des Vereins werden von den heute noch lebenden Mitbegründern genannt:

Endres Adam, Daum Johann, Meurer Peter, Daum Kaspar, Meurer Johann, Schönberger Adam, Gasser Jakob, Schönberger Johann, Ferdinand Christian, Sturm Heinrich, Hommrich Johann, Herborn Andreas, Fischbach Martin, Herborn Josef, Wolf Peter, Herborn Jakob,´Herborn Johann, Trumm Peter, Geistlicher Rat Haas[4] und Lehrer Born.

Diese Männer gaben um die Jahrhundertwende den Anstoß zur Vereinsgründung.

Wie im Gründungsjahr, so bewies der Verein auch in den folgenden Jahren sowohl in der Wahl seines Dirigenten als auch in der Wahl seines Vorstandes eine glückliche Hand. Den ersten Vorstand bildeten:

Wolf Peter,                  I. Vorsitzender

Herborn Jakob,             Schriftführer

Daum Kaspar,              Kassierer

Meurer Peter,               Beisitzer

Herborn Johann,           Beisitzer.

Bezeichnend für den Geist des Vereines dürfte auch das erste Lied sein, das damals eingeübt wurde:

„Drauß ist alles so prächtig . .“. Ein Naturlied, das da singt von der Heimat, vom Wandern, vom Leben in der weiten Welt, von echter reiner Freude, die das Sonnenlicht nicht zu scheuen braucht, wie alles von rührender Einfalt und Offenherzigkeit ist.

Die Übungsstunden, Lehrer Born hielt deren 4 – 5 in der Woche, verliefen in harmonischer Weise. Zuerst wurde ein wenig geplaudert und dann gesungen, wobei Herr Born die Noten mit der Geige vorspielte. Es ist bezeichnend für den Idealismus der damaligen Sänger, daß sie alle benötigten Noten mit der Hand abschrieben.

Schritt für Schritt gewann der MGV an Boden. Das gesamte Dorf nahm an allen Geschehnissen regen Anteil. Die erste Feuerprobe bestand der Verein bei örtlichen Feiern und kirchlichen Veranstaltungen. Die Zahl der Mitglieder nahm stetig zu. Vor allem war man von Beginn an darauf bedacht, die heranwachsende Jugend dem Verein zuzuführen, um einer Überalterung der aktiven Sänger vorzubeugen. Das ist auch heute noch der Grundsatz einer vorausschauenden Vereinsleitung.

Das Jahr 1906 brachte dann das erste Sängerfest nach Großholbach. Noch heute lebt die Erinnerung an dieses schöne, harmonisch verlaufene Fest in Erinnerung der Großholbacher Bürger. Die Festlichkeiten fanden in einem großen Zelt statt, das man neben dem Wohnhaus Weber[5] in den Wiesen[6] aufgestellt hatte. Der 8. Juli war der Tag der Fahnenweihe[7]; über 20 Gastvereine waren zu diesem schönen Fest, das das erste seiner Art in Großholbach war, erschienen. Die noch lebenden Teilnehmer berichten mit Stolz von der Großartigkeit des festlichen Geschehens. In diesen Festtagen, so wird erzählt, kam zur Freude der Dorfjugend das erste Karussell nach Großholbach, das man mit Pferden in Aul bei Diez selbst holen mußte. Das Festzelt wurde – wie damals üblich – von der Brauerei (wahrscheinlich Busch, Limburg) zur Verfügung gestellt. Das Singen selbst verlief in herzlicher Einmütigkeit, wurde reibungslos abgewickelt und von der Bevölkerung begeistert aufgenommen.

Viel Opferbereitschaft verrät auch der Beschluß, ein vereinseigenes Klavier zu kaufen. Diese Eigenschaft, gepaart mit einem schönen Zusammengehörigkeitsgefühl und einem feinen Idealismus zeichnen von jeher die Mitglieder des MGV aus. So kann bereits im Jahre 1907 ein Klavier[8] erstanden werden, das bis vor wenigen Wochen seinen Dienst erfüllte.

Im gleichen Jahr nimmt der Tod dem befähigten Dirigenten Lehrer Born den Taktstock[9] aus den Händen. Zu plötzlich wird er aus der Mitte seiner Lieben und seiner großen Sängerfamilie gerissen. Sein Tod ist ein schwerer Schlag für den aufstrebenden Verein. Die rührende Fürsorge der Vereinsmitglieder für die Hinterbliebenen ist bereits an anderer Stelle gebührend gewürdigt worden.[10]

Jetzt übernimmt Lehrer Arndt den Chor und führt ihn mit gleicher Liebe und Hingabe wie sein Vorgänger. Als er 1910 zum Militär einberufen wird, übernimmt Adam Schneider, ein Sohn des Dorfes, der durch seine musikalischen Fähigkeiten weit über die Grenzen seines Heimatdorfes bekannt wurde, die Leitung des Chores.

1912 übergibt er die Chorleitung Lehrer Eufinger, der allen Sängern noch in bester Erinnerung ist.

Bis zum Ausbruch des ersten Weltkrieges sind nun keine besonderen Ereignisse zu verzeichnen.

Der MGV sucht weiterhin die Verbindung mit auswärtigen Vereinen, tritt bei privaten Feiern hervor, singt an hohen Sonn- und Feiertagen in der Kirche, besucht die Feste der Nachbarvereine und spielt im Winter Theater[11].

Der erste Weltkrieg brachte auch für unseren Verein schwere Zeiten. Mit dem Ausrücken vieler Sänger mußte die Vereinstätigkeit eingestellt werden.[12] Sechs Sänger, die damals ihr Leben ließen, werden noch heute betrauert.[13] Aber dank seines Zusammengehörigkeitsgefühls fand sich der Gesangverein nach dem Ende des unseligen Krieges schnell wieder zusammen.

Unter der bewährten Stabführung von Lehrer Eufinger konnte man 1921 bei einem Wertungssingen in Horbach hinter Wirges und Heiligenroth den 3. Platz erreichen. Eine beachtliche Leistung, da noch viele der damals abgeschlagenen Vereine ein bedeutend höhere Sängerzahl aufwiesen.

1923 kommt es zu einem Wechsel des Dirigenten und Vorsitzenden. Ignaz Kraus aus Girod, heute in Niederahr wohnend, wird als Dirigent gewonnen und übt seine Tätigkeit bis 1927 aus. Peter Wolf, der fast 25 Jahre dem Verein vorgestanden hat und die Geschicke des Vereins mit Umsicht und Tatkraft leitete, legte die Geschäftsführung in die Hände seines Nachfolgers Josef Gasser, dem 1925 Anton Meurer als Vorsitzender folgte.

Das 25jährige Bestehen des Vereins wird mit einem großen Freundschaftssingen am 29. 6. 1928 begangen.

In den ersten Jahren zwischen den beiden Kriegen wurden die Vereinsfeste in Herschbach bei Selters, Moschheim, Dernbach, Oetzingen, Reckenthal, Niedererbach, Obererbach, Horressen, Elgendorf, Leuterod, Baumbach, Heilberscheid, Nomborn, Girod, Nentershausen, Staudt, Wirges und an anderen Orten besucht.

Das Jahr 1927 sieht Philipp Eichmann aus Goldhausen als Dirigent unseres Vereins. Er betreut den Chor bis 1930 und wird dann von Alois Schmitt, Heiligenroth, abgelöst.

Der Vorsitzende Anton Meurer übergibt sein Amt 1928 an Johann Hommrich, der es bis 1938 verwaltet. Von 1938 – 1948 führt Franz Ferdinand den Vorsitz.

Auch der 2. Weltkrieg bringt das frohe Schaffen zum Erliegen.[14] Er hinterläßt wiederum große und schmerzliche Lücken in den Reihen der Mitglieder.[15]

1947 riefen einige treue Mitglieder die alten Sangesbrüder wieder zusammen. Schon bald konnte der Verein seine schöne Tätigkeit wieder aufnehmen und weiterhin den Chorgesang pflegen. Begeistert stellten sich die alten Sänger zur Verfügung, zahlreich strömten die sangesfrohen Jugendlichen herbei, um die Lücken zu schließen, die Krieg und Alter gerissen haben. So konnte der heutige Dirigent, Chormeister Jakob Reusch, 1950 einen zahlenmäßig starken und qualitativ guten Chor übernehmen. Ein in Wirges stattgefundener Wettstreit, der im gleichen Jahre von unserem Verein besucht wurde, läßt den ersten Ansatz zu dem heute unverkennbaren Leistungsaufstieg des MGV unter Chormeister Reusch klar erkennen. Auch die jährlichen Konzerte beweisen diesen Leistungsaufstieg und zeigen eine allmählich, aber stete Aufwärtsentwicklung und Kultivierung des gesanglichen Könnens.

Als Chormeister Reusch mit unserem Verein und einem Knabenchor, die gemeinsam einige Darbietungen des Chormeisters zu Gehör brachten, auf den Sängerfesten in Heilberscheid und Heiligenroth an die Öffentlichkeit trat, erzielte er wahre Beifallstürme.

Nach 1945 wurden die Feste der Vereine Berod (Gruppensingen), Weroth (Gruppensingen), Nentershausen (Gruppensingen), Heiligenroth, Nomborn (Wertungssingen III. Stelle), Ettersdorf, Heilberscheid, Heiligenroth (Gem. Chor „Cäcilia, Gruppensingen), Pütschbach-Oberhausen, Hundsangen, Stahlhofen, Steinefrenz besucht.

Ein Ausflug im Jahre 1949 gab Gelegenheit, in der Wallfahrtskirche zu Bornhofen eine Messe zu Ehren der Mutter unseres Herrn zu singen.

Heute zählt der Verein 52 aktive Sänger, 16 inaktive und 6 Ehrenmitglider. Im vorigen Jahr konnten wir einen Zugang von 16 Sängern verzeichnen.

Den Vorsitz übernahm 1949 Karl Herborn, 1950 und 1951 Johann Ferdinand, der ihn dann an den jetzigen Vorsitzenden Alfons Fasel übergab.

Seit der Gründung des MGV ist die Gastwirtschaft Martin Fischbach unser Vereinslokal. Sie ist es geblieben bis zum heutigen Tage. Diese Tatsache mag ein Licht auf das gute Einvernehmen werfen, das der Verein seit jeher mit dem Gastwirt pflegte. In Anerkennung dieser Tatsache hat der Gastwirt Fischbach im April dieses Jahres ein Klavier angeschafft und es dem Verein zur Verfügung gestellt.[16]

5 Mitglieder tragen die goldene Ehrennadel, 12 die silberne Ehrennadel.

Wenn es galt, sich in den Dienst der Gemeinschaft oder einer guten Sache zu stellen, dann waren die Männer des MGV stets bereit. Durch ihren Gesang verschönerten sie das Jubiläum eines Priesters[17], die Festtage eines Nachbarvereines, das Jubelfest eines Ehepaares, erfreuten mit ihrem Liede einen Heimkehrer aus bitterer Kriegsgefangenschaft oder sangen bei der Beerdigung eines lieben Mitgliedes.

Hilfsbereitschaft, Opfersinn, Treue und Kameradschaft zeichneten die Männer des MGV aus, möge der lichte Funke dieser edlen Tugenden überspringen auf die jüngere Generation des Vereins und ausstrahlen in weite Kreise unseres Volkes. Dann mag’s der Herrgott fügen, daß Mann und Frau und Kind in unserer Heimat so schlicht, wahr und deutsch bleiben wie die lieben, alten Lieder unseres Volkes.“

So weit Lehrer Gerd Galgon in der Festschrift zum 50jährigen Jubiläumsfest im Jahre 1953.

Vor dem Jubiläum war es um die Geldmittel des Vereines nicht gut bestellt; die Vereinskasse enthielt nur 241,32 DM. Man beschloss die Durchführung mehrerer Veranstaltungen und begann im Jahre 1952 mit einer Kappensitzung im Saale Fischbach „mit einem originellen Elferrat, zu dem sich die ältesten Vereinsmitglieder zur Verfügung stellten“.[18] Weitere erfolgreiche Veranstaltungen waren ein Preismaskenball sowie ein erstmals durchgeführtes „Frühlingsfest“ im Wald am Sportplatz.

Wegen vorübergehender Verhinderung des Dirigenten Jakob Reusch übernahm Konrad Schubert aus Montabaur für etwa drei Monate die Chorleitung.

Bemerkenswert ist, dass der Verein im Jahre 1952 gleich drei Gratulationsständchen anlässlich der Goldhochzeiten Kaspar Daum, Peter Kaiser und Kaspar Metternich bringen konnte. 

 Die Westerwälder Zeitung[19] berichtet über das Goldene Jubelfest: „Am Samstag, Sonntag und Montag stand das Dorf im Zeichen des goldenen Jubelfestes seines Männerchores „Cäcilia“. Schon am Samstagabend drängten sich die Besucher im Festzelte im Unterdorf, als unter Vorantritt der Hadamarer Blasmusikkapelle der Jubelchor von den Festdamen zum Empfangs- und Begrüßungsabend in das Zelt geleitet wurde. Nach einem Einleitungsmarsch der Kapelle und einem ausgezeichnet vorgetragenen Prolog einer Festdame trug der starke Chor den Begrüßungschor vor. Anschließend hieß Vorsitzender Fasel alle Gäste herzlich willkommen, begrüßte besonders den Schirmherrn der Veranstaltung, den Gruppenvorsitzenden Bürgermeister Eidt (Weroth), Kreisvorsitzenden Ferdinand (Untershausen), die Mitglieder des Ehrenausschusses, Alterspräsidenten Wolf, die Gründer des Vereins, die anwesenden Vereine aus Eggenscheidt, Ruppach/Goldhausen und Heiligenroth, Pfarrer Münz, Lehrer Galgon, sowie die Herren Reusch und Sabel, denen er dafür dankte, daß sie an der Erreichung der Ziele des Jubelvereins maßgeblich mitgearbeitet hatten. In seinen weiteren Ausführungen betonte er, daß der MGV „Cäcilia“ es als seine Pflicht ansehe, das Erbe der Gründer des Chores zu erhalten und das edle Gut des Liedes zu hegen und zu pflegen. Der Schirmherr des Festes, Bürgermeister Eidt[20] (Weroth), würdigte in einer längeren Ansprache die Sänger und Sängerinnen, die bereit sind, das Lied in den Alltag hineinzustellen. Er wünschte dem Verein ein erfolgreiches Gedeihen und forderte die Jugend, besonders die Sportler, auf, die Reihen der Sänger zu verstärken. Abschließend überreichte er dem Vorsitzenden ein Geldgeschenk. Kreisvorsitzender Ferdinand schloß sich den Worten seines Vorredners an und bezeichnete den alten Sängerveteranen Eidt als Vorbild für die Sängerjugend. Die Diplome und Ehrennadeln für altverdiente Mitglieder könne er leider an diesem Abend nicht überreichen, würde es sich aber bei der nächsten Gelegenheit vorbehalten, die Auszeichnungen den vorgeschlagenen Sängern auszuhändigen.[21] Die Freiw. Feuerwehrkapelle Hadamar, der MGV „Eintracht“ Eggenscheid, MGV „Cäcilia“ Ruppach/Goldhausen, Männerchor „Cäcilia“ Heiligenroth, gemischter Chor „Hoffnung“ Heiligenroth und der gastgebende Verein umrahmten die eindrucksvolle Feier durch Musik- und Liedvorträge. Düstere Wolken und Regenschauer drohten am Sonntagvormittag das Fest zu „verwässern“. Gegen Mittag klärte sich der Himmel jedoch wieder auf, so daß man an dem Gelingen der Veranstaltung keine Zweifel mehr zu hegen brauchte. Dementsprechend war auch der Zustrom der auswärtigen Besucher, die die festlich hergerichteten Straßen in dichten Gruppen umsäumten, als der stattliche Festzug durch das Dorf marschierte. Die Spitze bildete eine buntgeschmückte Radfahrerstaffel. Dahinter folgten die Festdamen, die Spvgg. Großholbach/Girod, ein geschmückter Lastwagen, auf dem die älteren Mitglieder und die Mitbegründer des Jubelvereins saßen, zwei Musikkapellen und die ganze Schar der Gastvereine mit rund 800 Sängern. Den Beschluß bildete der gastgebende Verein. Anschließend folgte das Freundschaftssingen im Festzelt. Nacheinander traten die Vereine „Liederkranz“ Weltersburg, „Concordia“ Stahlhofen, „Liederkranz“ Dahlen, „Wohlgemut“ Ettersdorf, „Waldeslust“ Heilberscheid, „Concordia“ Reckenthal, „Arion“ Nomborn, „Waldeslust“ Horressen, Herschbach, „Eintracht“ Nentershausen, „Eintracht-Harmonie“ Pütschbach/Oberhausen, „Concordia“ Görgeshausen, „Frohe Stunde“ Weroth, „Frohsinn“ Steinefrenz, „Hoffnung“ und „Cäcilia“ Heiligenroth, „Mendelssohn-Bartholdy“ Montabaur und „Cäcilia“ Ruppach-Goldhausen auf die Bühne und ernteten reichen Beifall. Danach spielte die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Hadamar zum Tanz auf, der bis in die späten Nachtstunden fortgesetzt wurde.“

Die zahlreichen Fotos in der Schulchronik[22] dokumentieren das Fest eindrucksvoll, insbesondere das bunte Rahmenprogramm mit sportlichen Darbietungen der Schulkinder, wie Tauziehen und Boxen.

Das Protokollbuch vermerkt: „775 Sänger haben – ohne unseren Verein – am Freundschaftssingen teilgenommen. Insgesamt 2.200 DM an Einnahmen wurden gebucht. Eine stolze Leistung, die den Verantwortlichen der schönste Lohn für ihre unermüdliche Tätigkeit ist......“[23]

Angesichts des erfolgreichen Jubiläumsfestes wurde beschlossen, im August 1953 einen Vereinsausflug zu starten. Eine amüsante Schilderung findet sich im Protokollbuch: „Gestern haben wir nach vielem Hin und Her unseren Ausflug mit Beteiligung der Frauen und der Festdamen unternommen. Um 5.00 Uhr früh weckten unsere Sangesbrüder Alfons Fasel, Gregor Fasel, Josef Stahlhofen und Willi Runte die Reisegesellschaft durch Umzug mit Pauke und Trommel durch das Dorf. Vor dem Einsteigen um 6.00 Uhr erwärmte unser Reisekoch Josef Stahlhofen alle Beteiligten durch einen warmen Kaffee, den er auf offenem Feuer beim Backhaus braute. Mit zwei Omnibussen (Rossbach, Schneider) setzten sich die 78 Mitfahrenden in Bewegung mit dem ersten Ziel „Maria Laach“. Dortselbst besuchten wir einen Gottesdienst und fuhren dann weiter zur Ahr, wo wir in Maischoss und Altenahr Station machten. Schon bald hatte der Ahrwein verschiedenen Beteiligten die Gemüter bewegt, so dass es sehr sehr lustig mit vorzüglicher Stimmung gegen Abend wieder zum Rhein über Koblenz nach Ehrenbreitstein ins „Mühlental“ ging. Hier an der Abschlussstation musste sich unsere Gesellschaft leider teilen, da in einem Gasthaus nicht alle Platz finden konnten. Ein Teil besuchte in Koblenz die Operettenfestspiele auf dem Rhein und ein Teil machte sich im Ort Ehrenbreistein lustig. Die Heimfahrt traten wir gemeinsam um 12.00 Uhr an und kamen alle wohlbehalten, wenn auch etwas benebelt, vor allen Dingen recht zufrieden und lustig in der Heimat an. Der Verein zahlt den Festdamen und allen Mitgliedern die Fahrtkosten aus seiner Kasse und freut sich, seinen Mitgliedern diese Freude machen zu können.“[24]

Zum Jahresende 1953 lebte die Tradition des Theaterspielens wieder auf. Die zwei Aufführungen von „Alexa“ waren gut besucht und es wurde beschlossen, zwei Vorstellungen in Ruppach aufzuführen.

In einer weiteren begeisternden Kappensitzung im Jahre 1954 wurde ein Lied geboren, das noch heute viele kennen:

„ Grußholwisch es e Sonndagsdärfje schiener wie Berlin; der Herrgott schufs wie e Blumekörfje, stellt es vor de Despel hin.“[25]

Das Jahr 1954 wurde abgeschlossen mit einem unerwarteten, großartigen Erfolg beim Wettstreit in Dehrn, den zweiten Preisen im Klassensingen und Höchstem Ehrensingen sowie dem ersten Preis im Ehrensingen. 

Eine Fortsetzung der Vereinsgeschichte nach dem großartigen Jubiläumsfest enthält das Festbuch zum 75jährigen Bestehen im Jahre 1978:

„Den Vorsitz des Vereins führten:

1952 – 1956      Alfons Fasel                

1957 – 1963      Bernhard Wolf 

1964                 Franz Ferdinand           

1965                 Rudi Hannappel           

1966 – 1969      Johann Ferdinand

1970                 Herbert Ferdinand

1971 – 1975      Josef  Merfels

1976 – heute     Hubert Schmidt

Als Chorleiter wirkten:

1950 – 1960      Jakob Reusch

1961 – 1968      Gregor Fasel

1969 – heute     Siegfried Hoffmann

 Gesanglich war die Ära Reusch, die mit seinem Tode im Jahre 1960 zu Ende ging, die erfolgreichste unserer Vereinsgeschichte. Der Chor hat in dieser Zeit fünf Wettstreite besucht und dabei insgesamt 5 erste, 9 zweite und 1 dritten Preis errungen. Höhepunkte waren die glanzvollen Leistungsergebnisse in Dehrn (1954), Auel (1959) und Hasselbach (1960).

 In der Folgezeit oblag die Chorleitung unserem Vereinsmitglied Gregor Fasel. Auch unter seiner Leitung wurden ausgezeichnete Erfolge bei vielen Wertungs- und Kritiksingen sowie auch bei den Wettstreiten in Weißenthurm (1964) und Bendorf (1966) erzielt.

 Erwähnenswert sind noch die Waldfeste, die der Verein in den letzten Jahren am Waldsportplatz veranstaltete. Unter Mitwirkung vieler Nachbarvereine erfreuten sich diese Waldfeste steigender Beliebtheit bei der Bevölkerung. Des weiteren dienen diese Sangesabende der finanziellen Aufbesserung der Vereinskasse. Der Erlös eines dieser Waldfeste wurde vom Verein der Zivilgemeinde zur Errichtung der Friedhofshalle[26] gestiftet.

 Als Dank an die gesamte Sängerfamilie wurden in den letzten Jahren 3 – 4tägige Reisen in namhafte Urlaubsgebiete unternommen, die sich besonderer Beliebtheit erfreuen.

 Unter der Regie des Chorleiters Hoffmann setzt sich die Aufgabenstellung und die Tradition des Vereins fort. Besuche von einigen Leistungssingen (Heilberscheid, Kölbingen) erbrachten gute Ergebnisse.

 Wir schicken uns an, das 75jährige Bestehen des Vereins zu feiern und wollen hoffen, daß dieses Fest Anlaß geben möge, junge Leute – die leider heute in unseren Reihen fehlen – wieder vom Wert des Gesanges zu überzeugen und sie zur Mitwirkung zu bewegen.“ 

 Das 75jährige Bestehen wurde vom 7. bis 9. Juli 1978 gefeiert. Schirmherr war der damalige Jagdpächter, Bergwerksdirektor a. D. Gregor Determann. Der Festausschuß unter dem Vorsitz von Alfons Fasel hatte ein attraktives Programm zusammengestellt. Höhepunkt war ein großer bunter Abend am Sonntag mit Deutschlands Show- und Bühnenstar Nr. 1, Roberto Blanco, und dem Unterhaltungsorchester Otto Benz. Fast hätte dem Star Roberto Blanco das damals noch fast unbekannte und ursprünglich im Programm nicht vorgesehene Volksmusik-Duo „Marianne und Michael“ die Schau gestohlen; die beiden wurden zu Publikumslieblingen. Der Abend war der Höhepunkt des Festes und übertraf alle Erwartungen. Das Festzelt war zum Bersten voll und viele fanden keinen Einlass mehr; Gäste aus nah und fern waren begeistert.

Wegen der schlechten Witterungsverhältnisse musste der Zeltplatz von der ursprünglich vorgesehenen Wiese auf einen befestigten Bereich am Bauernweg verlegt werden.[27]

Die Westerwälder Zeitung berichtet u. a. : „Seid getrost, morgen scheint die Sonne“, beruhigte Pfarrer Theo Schönberger den Festausschuss, als am Freitag heftige Regenschauer auf das Zeltdach niederprasselten. Aber Sankt Petrus scheint an diesen Wochen „verhaltensgestört“ zu sein, da er Gutwetterbitten selbst von geistlichen Herren abschlägig behandelt. Wenn auch an den beiden ersten Tagen der 75-Jahr-Feier des MGV Cäcilia vor allem der Vergnügungspark unter der schlechten Witterung litt, im Festzelt herrschte während der Veranstaltungen konzentrierte Vortragskunst und dankbares Zuhören.“[28] 

 Die Jahre bis 1984 beschreibt die Dorfchronik:

„Mit der Aufgabe des Lehrers Hoffmann als Chorleiter konnte der MGV Cäcilia im November 1978 Herrn Musikdirektor Hubertus Weimer aus Wallmerod als Dirigenten gewinnen. Unter seiner Stabführung knüpfte der Verein wieder an alte Erfolgszeiten an. So wurden z. B. 1979 beim Wertungssingen in Obererbach ein erster und ein dritter Platz belegt. Bei einem Punktwertungssingen in Merkelbach 1981 schloß der Verein die Bewertung im Chor und im Volkslied mit sehr gut ab. 1982 errang der MGV auf einem Pokalwertungssingen in Hasselbach den ersten, zweiten und den Dirigentenpreis.[29] 1983 auf dem Gesangwettstreit in Nackenheim erhielt er zwei erste und den Dirigentenpreis. Beim Gesangwettstreit 1984 in Laubenheim errang der Verein den ersten und zweiten Preis.“ 

1979 wurde Ludwig Metternich I eine seltene Ehrung zuteil: Für 60jähriges Singen wurde er mit Goldenen Ehrennadel mit Schleife des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet. Gregor Lenz wurde im Jahre 1982 die gleiche Ehrung zuteil.

 Im Jahre 1984 wurde das Vereinslokal, die Gaststätte Fischbach-Lenz, geschlossen; die Gesangstunden finden seit dieser Zeit im Bürgerhaus der Ortsgemeinde statt.

 Die Erfolge bei Wettstreiten setzten sich fort:

Beim Wettstreit in Mainz-Hechtsheim im Jahre 1985 wurden der dritte Klassenpreis, der erste im höchsten Ehrensingen und der erste Dirigentenpreis errungen.

1986 in Saulheim erhielt der MGV die höchste Punktzahl seiner Klasse und wurde mit dem ersten Klassenpreis, dem ersten Ehrenpreis, dem dritten Preis im höchsten Ehrensingen und mit dem zweiten Dirigentenpreis ausgezeichnet.

In Niederselters im Jahre 1987 wurde die Leistung der Sänger mit dem ersten Preis im Klassensingen, dem ersten im höchsten Ehrensingen, dem ersten Meisterpreis und dem dritten Ehrenpreis belohnt.

Im gleichen Jahr wurden Ehrenvorsitzender Johann Ferdinand anläßlich seines 60jährigen Sängerjubiläums sowie Gregor Fasel, Josef Gombert, Rudi Hannappel, Arnold Herborn, Günter Höhn, Alois Müller, Josef Ruster und Paul Sturm für 40 Jahre Chorsingen mit der Goldenen Ehrennadel ausgezeichnet. Josef Stahlhofen erhielt für 50 Jahre den Ehrenbrief des Deutschen Sängerbundes.[30]

Anläßlich des 250. Weihefestes der Kath. Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit veranstaltete der MGV im März 1988 ein beispielhaftes Kirchenkonzert. Der Erlös des Konzertes wurde für die gerade abgeschlossene Renovierung der Kirche zur Verfügung gestellt.[31]

Beim Gesangswettbewerb in Niedersaulheim im gleichen Jahr  errang der Verein unter der Leitung von Kreischorleiter Hubertus Weimer einen der größten Erfolge in der Vereinsgeschichte. Alle Preise, die es zu erringen gab, gingen an den Männergesangverein Cäcilia Großholbach. Die Westerwälder Zeitung[32] berichtet: „ In der Klasse 5 a (bis 35 Sänger) verliehen die beiden Preisrichter Arthur Groß und Professor Hans Rectanus dem Chor sämtliche Siegeslorbeeren. Am Wettbewerb dieser Klasse nahmen sechs Chöre aus folgenden Ortschaften teil: Rümmelsheim, Oberhundem, Hahn/Taunus, Niederahr, Feudingen und Großholbach. Das Pflichtstück, das der Verein vortragen mußte, hieß „Liebeslied im Garten“. Es stammt aus der Feder von A. Dvorak. Als Wahlgesang trug der MGV Großholbach „Der Tod von Flandern“ von Philipp Mohler und als Volkslied „Wenn es Tag wird in den Bergen“ von Wilhelm Heinrichs vor. In der Gesamtwertung erhielten die Sänger 319 Punkte und lagen somit noch zwei Punkte über dem Erstplazierten der Klasse 5 b, die sich ebenfalls aus sechs Chören zusammensetzte. In der erneut hervorragenden Bewertung bei einem Chorwettbewerb sehen die Sänger mit ihrem Leiter Hubertus Weimer, der auch mit dem Dirigentenpreis ausgezeichnet wurde, eine Bestätigung für ihre intensive Arbeit. Bei der Rückkehr am späten Abend wurde den Sängern ein herzlicher Empfang bereitet. Bürgermeister Röther[33] dankte dem Chorleiter und den Sängern für diesen großen Erfolg und sprach ihnen die Glückwünsche der Gemeinde aus.“

Vom 9. bis 11. September 1988 feierten die „Cäcilianer“ das 85 jährige Bestehen: „Männer beherrschten Szene und Bild im Festzelt beim Konzert zum 85jährigen Bestehen des Männergesangvereins (MGV) „Cäcilia“. Sechs befreundete Vereine waren zum Auftakt des dreitägigen Sängerfestes gekommen und boten beste Chormusik. Es schien, als wickele sich vor den insgesamt etwa 600 Personen ein Sängerwettbewerb ab – nur wesentlich gelöster und in freundschaftlicher Atmosphäre.

Den Abend leiteten die 36 „Cäcilianer“ mit Führmanns Komposition „Mein Lied“ ein, in der vor allem die Freude an Lied und Gesang in Wiese und Text durchklingt. MGV-Vorsitzender Raimund Neiß (Vorsitzender von 1986 bis 1991) begrüßte die Gäste. Applaus gab es für das älteste Ehrenmitglied des Vereins, Ludwig Metternich, Jahrgang 1905, 60 Jahre lang aktiv dabei.

Nach dem Requiem von Peter von Cornelius, mit dessen Vortrag die Großholbacher ihre anerkannten künstlerischen Fähigkeiten noch einmal bewiesen, überbrachte Willi Fries Grüße und Glückwünsche vom Deutschen Sängerbund.

Drei Mitglieder wurden für ihre 40jährige aktive Mitgliedschaft geehrt: Alfons Sabel (zehn Jahre Schriftführer), Alfons Kopp und Franz Trumm erhielten die Goldene Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes.

Neben einem Blumenstrauß bekam auch „Cäcilia“-Dirigent Hubertus Weimer sehr viel Beifall: Als er vor zehn Jahren sein Amt übernahm, war der jetzt 28jährige Berufsmusiker und ehemalige Domsängerknabe (Limburg) ganze 18 Jahre jung. Vereinsvorsitzender Neiß meinte dazu: „Mit 18 Jahren wurde er gleich ins kalte Wasser geworfen ...“ Daß er gut „schwimmen“ konnte, beweisen die inzwischen 15 erste und viele andere Preise, die Weimer mit seinen singenden Mannen einheimsen konnte.“[34]

Im Jahre 1989 konnte der MGV bei zwei Wettstreiten in Nickenich und Obererbach alle ersten Preise und jeweils den Dirigentenpreis erringen.

Große Beachtung fand das attraktive Programm des Frühjahrskonzertes am 24. Und 25. März 1990 im Bürgerhaus. Besonders beeindruckte der junge Pianist Martin Stadtfeld aus Gackenbach.

Bei einem Wettstreit in Großzimmern konnte der Verein an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen und errang in seiner Klasse mit sechs Vereinen alle ersten Preise: Jeweils den ersten Preis im Klassensingen, im Ehrensingen und im höchsten Ehrensingen sowie den ersten Dirigentenpreis und den ersten Preis für die Tagesbestleistung.

„Kirchenmusik ganz besonderer Güte bekamen die Gäste des MGV Cäcilia in der Dreifaltigkeitskirche geboten“, so berichtet die Westerwälder Zeitung über das Konzert im September 1992. „Der Höhepunkt des Konzertabends war der Auftritt des gemischten Chors aus Narva in Estland unter der Leitung von Marina Kossolapowa. Der noch junge Chor, der in diesen Tagen seinen fünften Geburtstag feiert, präsentierte dem Großholbacher Publikum russische und westliche Klassik sowie russische Kirchenmusik und Volkslieder.“ Auch das Lindenquartett unter der Leitung von Hubertus Weimer begeisterte das Publikum. Bei dem anschließenden Freundschaftsabend im Bürgerhaus hatten alle Konzertgäste die Gelegenheit, den Chor aus Estland näher kennenzulernen.[35]

Die Auszeichnung als „Amtierender Meisterchor“ im Sängerbund Rheinland-Pfalz beschloss das Jahr 1992. Die Westerwälder Zeitung berichtet u. a. über den Bundesleistungswettbewerb des Sängerbundes Rheinland-Pfalz in Ransbach-Baumbach: „Am Schlusstag des Meisterchorsingens war das Niveau der Chordarbietungen unverändert hoch. Der MGV Großholbach brachte Harald Genzmers „Die Weihe der Nacht“ zum Vortrag“ und erhielt für die drei unter Leitung von Hubertus Weimer vorgetragenen Werke eine bessere Wertung als 1,50.[36]

Das 90jährige Jubiläum feierte der Verein unter seinem Vorsitzenden Bernhard Herborn (Vorsitzender von 1992 bis 1996) vom 17. bis 19. September 1993 im Bürgerhaus. Auf dem Programm standen ein Bunter Dorfabend, der Festkommers und ein Kritiksingen aller Chöre der Sängergruppe III des „Unterwesterwaldkreises“. Außerdem wurde Hubertus Weimer für 15 Jahre Tätigkeit in Großholbach und für seine hervorragende Arbeit als Chorleiter Dank ausgesprochen. Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft im MGV erhielten Helmut Endres, Herbert Ferdinand, Karl Hübinger, Werner Lohr, Werner Meurer und Alfred Nink die Goldene Ehrennadel.[37]

Im April 1994 beginnt  die Westerwälder Zeitung ihren Artikel: „Zu einem auf hoher Ebene angesiedelten internationalen Chorkonzert hatte der MGV Cäcilia in die Dreifaltigkeitskirche eingeladen“. Auf einem hohen Niveau musizierte der MGV mit dem weißrussischen Kammerchor „Sonorus“ aus Molodetschno im Bezirk Minsk. „Unter der Leitung von Professor Alexej Schut sang der Chor , dem sich später der ausgezeichnete Cellist Professor Oleg Olownikow und der Pianist  Sergej Kudrin als Instrumentalisten zugesellten, Choräle der russisch‑orthodoxen Liturgie, klassisches Liedgut, unter anderem von Tschaikowskij sowie zum Schluss Volkslieder der Republik Belorussia. Einige Chorwerke gaben hervorragenden Solostimmen die Möglichkeit, sich vorzustellen, wobei vor allem die Bassisten zur Geltung kamen. Zu Beginn hatte der Chor auf sehr ansprechende Weise Bruckners "Locus iste" vorgetragen, der seinen, etwa einstündigen Auftritt mit einer Zugabe Strauß'scher Walzermelodien beendete. Anschließend traf sich die deutsch‑belorussische Sängergemeinschaft zu einem Empfang im Gemeindehaus, wo Blumen und Gastgeschenke überreicht und die Gäste mit Essen und Trinken bewirtet wurden. Professor Schut lobte den meisterlichen Gesang der Gastgeber und versicherte, dass in seiner belarussischen Heimat in einem Dorf, vergleichbar mit Großholbach, ein Chor von solch hoher Qualität nicht zu finden sei. Unter dem Beifall der 28 Mitglieder des Kammerchors übergab er dem Cäcilia‑Vorsitzenden Bernhard Herborn einen Teller aus Minsk.“[38]

Im gleichen Jahr wiederholte der MGV den Erfolg aus dem Jahr 1988 und errang bei den Chortagen in Watzenborn-Steinberg bei Gießen erneut alle Preise in seiner Klasse. Die Leistung von Chorleiter Hubertus Weimer wurde mit dem ersten Dirigentenpreis gewürdigt.[39]

Beim Regionalsingen 1995 in Nentershausen erreichte der Chor die Tagesbestnote von 151 Punkten.[40] 

Bei allen Erfolgen muss sich der MGV immer wieder um Nachwuchs sorgen und bemühen, wie z. B. mit einem Brief im Jahr 1995: „Liebe Großholbacher Mitbürger,

vielleicht wohnen Sie noch nicht lange in Großholbach und kennen niemanden außer Ihren Nachbarn, vielleicht aber wohnen Sie schon länger oder auch im­mer hier ‑ wie dem auch sei:

Sie treffen uns jeden Dienstag von 20.30 bis 21.45 Uhr in der ehemaligen Schu­le. Da haben wir nämlich unsere wöchentliche Chorprobe. Mein lieber Herr Gesangverein, werden Sie womöglich sagen, was soll ausge­rechnet ich bei einer Chorprobe?

Ganz einfach: Hören Sie einmal zu und sprechen Sie mit uns !

Sie werden feststellen: Wir sind keineswegs „studierte“ Sänger und Notenexperten, sondern singen nicht besser als Sie ‑aber im Chor klingen die einzelnen Stimmen gut zusammen. Wir können auch beileibe nicht fehlerfrei „vom Blatt“ singen, sondern müssen schon tüchtig üben. Wir kommen nicht nur zum Singen zusammen; es werden auch schon einmal Späße gemacht und herzhaft gelacht und zwischendurch wird auch schon mal eine Feier eingelegt.

Möchten Sie dazugehören ? Kommen Sie doch einfach dienstagabends einmal zu uns! Sie müssen keine Tonleiter auf und ab singen. Sie müssen sich auch nicht dem versammelten Chor vorstellen. Fragen Sie nach Raimund Neiß, unserem 1. Vorsitzenden, oder sprechen Sie einen anderen an, den Sie schon kennen. Alles andere ergibt sich dann ganz von selbst. Übrigens: Der monatliche Beitrag beträgt für Sänger ab 18 Jahren 2,--DM, jugendliche Sänger sind beitragsfrei!

Warum dieses Schreiben ? Wir sind ein Verein mit fast 85‑Jähriger Tradition und laufen Gefahr, in absehbarer Zeit infolge Sängermangel die Aktivitäten einschränken oder ganz einstellen zu müssen. Waren im Jahr 1980 noch 52 aktive Sänger zu verzeichnen, so hat sich diese Zahl bis zum heutigen Zeitpunkt auf 36 reduziert. Der Trend ist, u.a. aus altersbedingten Gründen, weiterhin rückläufig. Deshalb: Wie wäre es? Die nächste Probe nach den Sommerferien ist am Dienstag, den 25. August, womit gleichzeitig das neue Gesangsjahr mit dem Einproben neuer Lieder beginnt. Es wäre ein Einstieg ohne Nachteile gegenüber den „alten“ Sängern. Ihre „Cäcilia“ Großholbach.“ 

Dieter Knopp wird im Jahre 1997 Vorsitzender. Im gleichen Jahr beendete Hubertus Weimer sein erfolgreiches Dirigat auf eigenen Wunsch. Die Jahre unter Musikdirektor Hubertus Weimer[41] waren die bisher erfolgreichsten der Vereinsgeschichte. Den Dirigentenstab übernahm für kurze Zeit Thomas Wagner aus Niedererbach; danach kommt der junge Chorleiter Michael Döll nach Großholbach. Im Rahmen des Adventskonzertes in der Pfarrkirche wurden verdiente Sänger mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet, für 50jähriges Singen Gregor Fasel und Paul Sturm, für 40 Jahre Reinhard Metternich.[42] Auch mit dem neuen Chorleiter konnte der Verein weitere Erfolge verbuchen, so die erneute Auszeichnung als Meisterchor im Jahre 1997.[43]

Die Sänger kehrten 1998 von einem Wettbewerb in Neuenhain/Taunus mit dem ersten höchsten Ehrenpreis, dem zweiten Klassenpreis sowie dem zweiten Dirigentenpreis zurück.[44]

Der Wettstreit in Eppenrod im gleichen Jahr sah erneut einen MGV in Hochform.[45]

Das Adventskonzert 1998 war der Rahmen für die Ehrung der aktiven Sänger Alfons Kopp, Alois Müller und Franz Trumm für ihr 50jähriges Engagement.[46]

Im Jahre 1999 folgten weitere Erfolge bei den Wettstreiten in Schönborn mit dem  jeweils zweiten Klassen-, Ehren- und Dirigentenpreis, in Oberkleen mit allen ersten Preisen seiner Klasse und dem zweiten Dirigentenpreis.

Der MGV übernahm die Bewirtschaftung des Kirmeszeltes, eine hervorragend organisierte Gemeinschaftsleistung der Vereinsmitglieder.

Beim Wettbewerb im Jahre 2000 in Weroth errang der MGV den ersten Klassenpreis, den ersten Dirigentenpreis und eine Auszeichnung in Silber.

Anlässlich des Adventskonzertes 2000 wurden Helmut Endres, Herbert Ferdinand und Franz Schlemmer für 50 Jahre aktives Chorsingen sowie Reimund Neiss für 40 Jahre mit der Goldenen Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet.[47]

Auch ein Gesangverein muss mit der Zeit gehen: Der MGV Cäcilia hat seit dem Jahre 2000 eine Homepage im Internet: www.mgv-caecilia.de.

Mit der Jahreshauptversammlung 2001 begannen die Vorbereitungen für das 100jährige Jubiläumsfest  vom 28. bis 30. Mai 2003. Die Mitgliederversammlung beschloss einstimmig, aus diesem Anlaß die Vereinsfahne aus dem Jahre 1906 für rund 6.000 DM[48] restaurieren zu lassen.

Die Erhebung des Beitrages wurde zu Beginn des Jahres 2002 von DM auf umgestellt.

Im März 2002 beantragte der MGV die Verleihung der Zelter-Plakette[49] anlässlich des 100jährigen Vereinsjubiläums im Jahre 2003.

Beim Chorwettbewerb in Horbach wurde der MGV Cäcilia mit sämtlichen ersten Preisen in der Klasse M 4 bedacht.[50] 

Ausblick

Das Vereinsjubiläum ist auch ein Anlass für einen Blick in die Zukunft und zu der Frage: [51]

 „Gesangvereine ohne Zukunft?“[52] Stillstand bedeutet Rückschritt. Gesangvereine haben im ländlichen Gebiet nur dann eine Zukunft, wenn sie auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren. Konkret heißt das: Starre Vereinsstrukturen aufgeben, Veranstaltungen neue Inhalte (etwa in der Begegnung mit Chören aus anderen Ländern) geben und teilweise das über Jahrzehnte tradierte Liedgut ‑ darunter musikalisch und textlich sehr fragwürdige Kompositionen ‑ aktualisieren und modernisieren.

Um eine gesicherte musikalische Zukunft zu haben, müssen Chöre offen sein für Fusionierungen mit Chören benachbarter Gemeinden; das heißt auch, dass nicht weiter an Konkurrenzdenken und Rivalitäten festgehalten wird, wie sie oft seit mehreren Sänger-Generationen bestehen. Stimmlich unterbesetzte Männergesangvereine sollten sich dem veränderten Zeitgeist stellen und über eine Zukunft als gemischter Chor, also mit Männer‑ und Frauenstimmen, nachdenken.

Eine der wichtigsten Aufgaben der Chorverbände wird es sein, junge Menschen zu finden, die Freude am Chorgesang haben und die bereit sind, sich einer soliden Ausbildung zum Chorleiter zu stellen.

Einen ersten Schritt zur Belebung des Chorwesens tat der Sängerbund Rheinland-Pfalz, indem er seinen Mitgliedsvereinen einen „Kulturberater“[53] zur Verfügung stellte; diese umfangreiche Loseblattsammlung steht unter dem Schlagwort "Vision 2000" und gibt unter anderem Anregungen zu Organisation von Vereinen, Werbung und Nachwuchsförderung.

Anfänge, teilweise aus der Not des Überlebenskampfes heraus entstanden, sind gemacht. Viele Anstrengungen werden jedoch nötig sein, um ein kulturelles Erbe, das über viele Jahrzehnte, teilweise über Jahrhunderte, gewachsen ist, nicht nur weiterzuführen, sondern zeitgemäß weiterzuentwickeln.

Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu.“[54]

Das Jubiläum möge dazu motivieren, in diesem Sinne anstehende Probleme zu lösen und eine alte Tradition in zeitgemäßer Form fortzusetzen. 

Zeittafel

1900          Gründungsinitiative. 

1903          Vereinsgründung.

Vorsitzender Peter Wolf.

Dirigent Lehrer Peter Born. 

1906          Erstes Sängerfest und Fahnenweihe.

1907          Tod von Lehrer Peter Born.

Neuer Dirigent wird Lehrer August Arndt.

Anschaffung eines Klaviers.

1910          Dirigent Adam Schneider, Großholbach.

1912          Lehrer Josef Eufinger übernimmt das Dirigat,

1921          Dritter Platz beim Wertungssingen in Horbach.

1923          Vorsitzender wird Josef Gasser.

                 Dirigent Ignaz Kraus aus Girod.

1925          Vorsitzender wird Anton Meurer.

1927          Philipp Eichmann aus Ruppach-Goldhausen Dirigent.

1928          Freundschaftssingen anlässlich des 25jährigen Jubiläums.

Vorsitzender wird Johann Hommrich.

1930          Alois Schmitt, Heiligenroth, wird Dirigent.

1938          Franz Ferdinand Vorsitzender.

1947          Neubeginn nach dem zweiten Weltkrieg.

1949          Ausflug und Chormesse in der Wallfahrtskirche Bornhofen. Vorsitzender Karl Herborn.

1950          Chormeister Jakob Reusch aus Girod wird Dirigent.

Vorsitzender Johann Ferdinand.

1952          Vorsitzender Alfons Fasel.

                  Kappensitzung.

                  Maskenball.

                  Waldfest.

1953           Großes Jubiläumsfest zum 50jährigen Bestehen.   

  Gastwirt Martin Fischbach stellt ein neues Klavier zur Verfügung.

  Vereinsausflug Maria Laach, Ahrtal, Koblenz

  Theateraufführung „Alexa“.

1954           Traditionelle Kappensitzung.

                  Erfolgreicher Wettstreit in Dehrn.

1957           Vorsitzender Bernhard Wolf.

1960           Dirigent Jakob Reusch verstirbt.

1961           Gregor Fasel, Großholbach, Dirigent.

1964           Vorsitzender Franz Ferdinand.

1965           Vorsitzender Rudi Hannappel.

1966           Vorsitzender Johann Ferdinand.

1969           Dirigent Siegfried Hoffmann, Horbach.

1970           Vorsitzender Herbert Ferdinand.

1971           Vorsitzender Josef Merfels.

1972           Johann Ferdinand wird Ehrenvorsitzender.            

1976           Vorsitzender Hubert Schmidt.

1978            75jähriges Jubiläum.

                   Musikdirektor Hubertus Weimer, Wallmerod, wird Dirigent.

1979            Ludwig Metternich I wird für 60jähriges Singen mit der Goldenen Ehrennadel mit Schleife usgezeichnet.

1980            Grosses Herbstkonzert im Festzelt auf dem Dorfplatz.

1981            Erfolgreiches Punktwertungssingen in Merkelbach.

                   Ausflug von vier Tagen nach Reit im Winkel.

1982            Erfolgreicher Wettbewerb in Hasselbach.

                   Gregor Lenz erhält die Goldene Ehrennadel mit Lorbeerblatt für 60 Jahre aktives Singen.           

1983            Erfolgreicher Wettbewerb in Nackenheim.

                   Ausflug von vier Tagen nach Sölden im Ötztal.

1984            Erfolgreicher Wettbewerb in Mainz-Laubenheim.

                   Schließung des Vereinslokals Fischbach/Lenz.

1985            Erfolgreicher Wettstreit in Mainz Hechtsheim.

                   Ausflug von vier Tagen nach Sonthofen im Allgäu.

1986            Vorsitzender Reimund Neiß.

1987            Ehrenvorsitzender Johann Ferdinand feiert das 60jährige Sängerjubiläum.

   Großer Erfolg beim Wettstreit in Niederselters.

   Ausflug von vier Tagen nach Finkenberg/Zillertal

1988            Fest zum 85jährigen Bestehen.

  Alle ersten Preise beim Gesangswettbewerb in Niedersaulsheim.

  Kirchenkonzert zum 250. Weihefest der Pfarrkirche.

1989            Alle ersten Preise und Dirigentenpreise bei Wettstreiten in Nickenich und Obererbach.

                   Tagesausflug nach Zell an der Mosel.

1990            Wettstreit in Großzimmern: Alle ersten Klassenpreise.

                   Ausflug von vier Tagen nach Saalbach.

1991            Wettbewerb in Lindenholzhausen: Zweiter Klassenpreis, Zweiter Ehrenpreis,

                   Erster Höchster Ehrenpreis, Zweiter Dirigentenpreis.

                   Kreisleistungssingen in Kordel: Bundesleistungssingen Stufe I: Sehr gut-hervorragend,

                   qualifiziert zum Regional-Leistungssingen.

1992            Bernhard Herborn Vorsitzender.

                   Bundesleistungssingen Stufe II mit 1,02 Punkten qualifiziert zum Meisterchorsingen.

   Auszeichnung als Meisterchor.

   Ausflug von vier Tagen nach Kichberg/Tirol.

                   Kirchenkonzert mit dem Gastchor aus Narva, Estland.

1993            Ehrenvorsitzender Johann Ferdinand verstorben.

                   90jähriges Jubiläum.

1994            Erneut alle ersten Preise bei den Chortagen Watzenborn-Steinberg in Polheim:

                   Erster  Klassenpreis, Erster Volksliederpreis.

1995            Kreisleistungssingen in Girod: Bundesleistungssingen Stufe I mit

                   Sehr gut-hervorragend, qualifiziert zum Regional-Leistungssingen.

                   Pokal-Punkt-Wertungssingen in Beselich-Obertiefenbach:

  Erster Klassenpreis, Zweiter Ehrenpreis, Erster Höchster Ehrenpreis, Erster Dirigentenpreis.

  Tagesbestnote beim Regional-Leistungssingen in Nentershausen: Bundesleistungssingen

  Stufe II mit 151 Punkten, qualifiziert zum Meisterchorsingen.

  Tagesausflug in den Odenwald.

1996            Chorleiter Thomas Wagner,  Niedererbach.

                   Tagesausflug nach Idar-Oberstein.

1997            Dieter Knopp, Vorsitzender.

                   Chorleiter wird Michael Döll, Hundsangen.

                   Erneute Auszeichnung als Meisterchor: In Nentershausen Bundesleistungssingen

                   Stufe III mit 221 Punkten.

                   Ausflug von vier Tagen nach St. Johann im Ahrntal/Südtirol.

                   Thomas Beck tritt die Nachfolge von Gergor Fasel an, der 25 Jahre Vizechorleiter war.

1998            Erfolgreiche Wettbewerbe in Neuenhain (Zweiter Klassenpreis, Erster Höchster Ehrenpreis,

                   Zweiter Dirigentenpreis) und Eppenrod 

                   (Erster Klassenpreis, Zweiter Ehrenpreis, Erster Volksliederpreis, Erster Dirigentenpreis).

   Neue Satzung und Eintragung in das Vereinsregister als e. V.

1999            Wettbewerb in Schönborn: Zweiter Klassenpreis, Zweiter Höchster Ehrenpreis, Zweiter Dirigentenpreis.

   Wettbewerb in Oberkleen: Erster Klassenpreis, Erster Ehrenpreis,

   Erster  Meisterpreis, Zweiter Dirigentenpreis.

   Bewirtschaftung des Kirmeszeltes.

   Ausflug von vier Tagen nach Flachau bei Salzburg.

2000            Wettbewerb in Weroth: Auszeichnung in Silber, Erster Klassenpreis, Erster Dirigentenpreis.

                   Wettbewerb in Nomborn: Erster Klassenpreis, Erster Preis höchstes Ehrensingen,

                   Erster Meisterpreis, Erster Dirigentenpreis.

                   Tagesausflug zur Landesgartenschau nach Kaiserslautern und Abschluss

                   auf dem Rheinland-Pfalz-Tag in Mainz.

  Homepage im Internet: www.mgv-caecilia.de

2001            Restaurierung der Vereinsfahne beschlossen.

                   Regionalleistungssingen in Ochtendung: Mit zwei mal sehr gut und der zweitbesten Tagesleistung

                   Zulassung zum Kreisleistungssingen.

                   Vierte Preise beim Volksliederwettbewerb in Dehrn.

                   Silberdiplom beim Nationalen Chorwettbewerb in Lindenholzhausen.

                   Ausflug von vier Tagen nach Dresden.

2002            Beantragung der Zelter-Plakette.

   Chorwettbewerb in Horbach: Sämtliche erste Preise in der Klasse M 4.

 

Fußnoten

[1] Lehrer in Großholbach von 1947 bis 1955.

[2] Chronik Großholbach, Seite 175 ff.

[3] Cäcilia war eine der volkstümlichsten Heiligen, ihr Name war ein häufig verwendeter Mädchenname. Bekannt ist Cäcilia als Nothelferin und als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll.

[4] Pfarrer von 1886 bis 1923, verstorben am 9. 10. 1926.

[5] Heute Wohnhaus Hauptstraße 8.

[6] Dort steht heute das Wohnhaus Hauptstraße 10.

[7] Auf der einen Seite des  blauen Fahnentuches ist um eine Lyra herum der Text aufgestickt: „Gesang-Verein „Cäcilia“ 19 – Grohsholbach – 06“, auf der anderen Seite befinden sich eine von Rosen umrankte Darstellung der Heiligen Cäcilia und die Inschrift: „ Sancta Cäcilia ora pro nobis!“

Im Kassenbuch ist für das Jahr 1906 eine Ausgabe von 302 Mark 15 Pfennige für die Vereinsfahne verbucht.

[8] Es handelte sich um ein Pianino von der Firma Bühler in Limburg, das nach dem Kassenbuch in den Jahren 1908, 1909 und 1910 mit 150 Mark und zwei Raten zu jeweils 50 Mark bezahlt wurde.

[9] Nach dem Kassenbuch wurde im Jahre 1906 ein Taktstock für 3 Mark 30 gekauft.

[10] Der Schulchronist (Schulchronik Band I, 1906/07)  berichtet: „Die Gemeinde überließ einen Platz zur Errichtung eines Wohnhauses. Die Ausschachtarbeiten übernahmen unentgeltlich die Mitglieder des von Herrn Born geleiteten Gesangvereins „Cäcilia“; desgleichen wurde das Anfahren der Baustoffe ohne Entgelt von den Bürgern ausgeführt.“ Lehrer Peter Born „starb im besten Mannesalter: er war erst 45 Jahre alt“.

[11] Mit dem Theaterspiel erzielte der Verein nicht unerhebliche Einnahmen, so z. B im Jahre 1927 221,25 Mark an Eintrittsgeld für zwei Vorstellungen, für sechs Vorstellungen im Jahre 1946 insgesamt 1.881,30 Mark. Wie heute konnte der Verein nicht alleine vom Beitrag „leben“; dieser betrug am Anfang 20 Pfennige im Monat bei einem zusätzlichen, einmaligen Eintrittsgeld von 1 Mark.

[12] Das Kassenbuch enthält für die Jahre 1914 bis 1925 keine Einträge.

[13] Franz Berg, Paul Meurer, Karl Schneider, Ludwig Speier, Paul Speier, Karl Trumm; vgl. Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, 1978.

[14] Das Kassenbuch enthält für die Jahre 1934 bis 1945 keine Einträge, ausgenommen das Jahr 1943 mit geringen Beitragseinnahmen von nur 13 Mitgliedern.

[15] Ernst Fischbach, Ernst Herborn, Josef Herborn, Toni Meurer, Bernhard Sturm, Johann Sturm, Richard Trumm, Willi Wolf (vermisst); vgl. Festschrift zum 75jährigen Jubiläum, 1978.

[16] Das ausgediente Pianino wurde 1953 für 50 DM an Franz Ferdinand verkauft.

[17] Wie z. B. am 10. August 1921: Anläßlich des Diamantenen Priesterjubiläums von Pfarrer Haas trug der „Kirchengesangverein Cäcilia im sonntäglichen Festamt eine vierstimmige Messe mit jubilierenden Einlagen in vorzüglicher Weise vor“, so Gerd Galgon in der Festschrift aus Anlaß des 50jährigen Bestehens im Jahre 1953, S. 3, „Aus der Geschichte des Dorfes Großholbach“. Schulchronik, Band I, 1921.

[18] Protokollbuch (Schriftführerbuch der Jahre 1952 bis 1954, geführt von Alfons Sabel, Seite 4.

[19] Westerwälder Zeitung vom 19. Mai 1953.

[20] Damaliger Gruppenvorsitzender.

[21] Im Protokollbuch (Schriftführerbuch der Jahre 1952 bis 1954, geführt von Alfons Sabel, Seite 9 findet sich eine Berichtigung: „Für 25jährige Tätigkeit als aktive Sänger wurden vom Kreisvorsitzenden Ferdinand mit der Silbernen Ehrennadel die Mitglieder Ferdinand Bernhard, Meudt Josef, Luhs Alois und Ferdinand Johann ausgezeichnet.“

[22] Band I, Seiten 106 bis 110.

[23] Protokollbuch (Schriftführerbuch) der Jahre 1952 bis 1954, geführt von Alfons Sabel, Seite 4.

[23] Protokollbuch,  Seite 10.

[24]Protokollbuch, Seite 11.

[25] Protokollbuch, Seite 15.

[26] Grundsteinlegung 1975, Einweihung 1977.

[27] Heutiges Gewerbegrundstück Hubert Schmidt. Der Weg zwischen Bauernweg und Friedhofsweg musste ausgebessert werden; der Volksmund spricht daher noch heute vom „Gesangvereinsweg“.

[28] Westerwälder Zeitung vom 11. Juli 1978.

[29] Hier irrt der Chronist: Es waren alle zweiten und der zweite Dirigentenpreis.

[30] Westerwälder Zeitung vom 14. Januar 1987, Seite 12.

[31] Westerwälder Zeitung vom 21. März 1988, Seite 22.

[32] Westerwälder Zeitung vom 2./3. Juli 1988, Seite 16.

[33] Ortsbürgermeister seit 1988.

[34] Westerwälder Zeitung vom 16. September 1988.

[35] Westerwälder Zeitung vom 23. September 1993, Seite 16.

[36] Westerwälder Zeitung vom 11. November 1992, Seite 17.

[37] Westerwälder Zeitung vom 21. September 1992, Seite 19.

[38] Westerwälder Zeitung vom 8. April 1994.

[39] Westerwälder Zeitung vom 4. Juli 1994, Seite 21.

[40] Westerwälder Zeitung vom 20. November 1995, Seite 21.

[41] Westerwälder Zeitung vom 20. September 1996, Seite 20,

„Ein musikalischer Schaffer lässt aufhorchen“, Artikel mit „Steckbrief“.

[42] Westerwälder Zeitung vom 29. Dezember 1997.

[43] Westerwälder Zeitung, 11. November 1997.

[44] Westerwälder Zeitung vom 23./24. Mai 1998.

[45] Westerwälder Zeitung vom 3. August 1998.

[46] Westerwälder Zeitung vom 23. Dezember 1998.

[47] Westerwälder Zeitung vom 19. Dezember 2000, Seite 19.

[48] Die Ortsgemeinde Großholbach gewährte einen Zuschuss von DM 1000,--.

[49] Die Zelter-Plakette ist eine staatliche Auszeichnung für Chöre. Seit 1956 werden auf Initiative des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss Chöre mit der Zelter-Plakette ausgezeichnet, „die sich in langjährigem Wirken besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des Volksliedes und damit um die Förderung des kulturellen Lebens erworben haben“. Voraussetzung für die Verleihung ist der Nachweis, dass sich der Chor in ernster und erfolgreicher musikalischer Arbeit der Liedpflege gewidmet und im Rahmen der örtlich gegebenen Verhältnisse künstlerische und volksbildende Verdienste erworben hat. Die Verleihung der Zelter-Plakette erfolgt einmal jährlich - traditionsgemäß am Sonntag "Laetare", drei Wochen vor Ostern - im Rahmen eines Festaktes auf Bundesebene an wechselnden Orten. Bei diesem Festakt überreicht der Bundespräsident oder sein Beauftragter einem der auszuzeichnenden Chöre die Zelter-Plakette und die Urkunde, stellvertretend für alle Chöre, die diese Ehrung im gleichen Jahr erfahren. Benannt ist die Auszeichnung nach dem Komponisten Karl Friedrich Zelter (1758 - 1832), dem deutschen Komponisten und Musikpädagogen, der mit der Berliner Liedertafel den ersten Gesangverein Deutschlands gegründet hatte und Leiter der Berliner Singakademie war.

[50] Westerwälder Zeitung vom 29./30. Mai 2002, Seite 16.

[51] Wörtlich entnommen aus Elke Wittelsberger, In Freud und Leid zum Lied bereit? , Das Oberwesterwälder Chorwesen im Wandel der Zeit, unter dem Titel „Die Entwicklung des Chorwesens im Gebiet des ehemaligen Oberwesterwaldkreises seit dem 19. Jahrhundert. Eine volkskundliche Studie zum Vereinswesen im ländlichen Raum“  im Jahre angefertigte Dissertation zur Erlangung des akademischen Grades eines Doktor der Philosophie (Dr. Phil.) beim Fachbereich 13 (Philologie I) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Erschienen im Gardez Verlag, St. Augustin, 2001.

[52] Titel einer empirischen Studie von Thomas A. Troge (Vgl. Troge 1988).

[53] Vgl. Kulturberater Sängerbund Rheinland‑Pfalz e. V., 1997.

[54] Zitat nach Heinrich Heine.